Das Gebet ist ein Schlüssel, der uns Zugang zum Herzen Gottes verschafft, nur das Gebet ist imstande, die Welt zu verwandeln.

 

 

 

 

12 Grundlagen des wirksamen Gebets

von Roland Brown

Inhalt

Die 1. Grundlage: Die neue Schöpfung

Die 2. Grundlage: Leben auf der Ebene des Reiches Gottes

Die 3. Grundlage: Verbindung zu Jesus

Die 4. Grundlage: Alleinsein mit Gott

Die 5. Grundlage: Jesus erleben

Die 6. Grundlage: Brennendes Verlangen

Die  7. Grundlage: Gehorsam

Die  8. Grundlage: Liebe

Die  9. Grundlage: Einmütigkeit

Die 10. Grundlage: Bleiben in Jesus

Die 11. Grundlage: Geistliches Wachstum

Die 12. Grundlage: Die Vision des Ziels

Das Gebet für Kranke

 

Die  1. Grundlage: Die neue Schöpfung

"Ist somit jemand in Christus, so ist er ein neues Geschöpf. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist neu geworden." (2.Kor.5,17)"

Ich habe einen Freund, der ein Verbrecher war. Als er neun Jahre alt war, konnte er einmal in der Schule ein Gedicht nicht aufsagen. Die Kinder lachten ihn aus, der Lehrer machte ihn lächerlich. Starr Daily verliess den Klassenraum und kehrte niemals zurück. Mit 14 Jahren war er bereits ein ausgekochter Verbrecher. Er lebte mit den Menschen der Unterwelt zusammen, sie lehrten ihn hassen. So wurde Starr Daily ein starker Hasser; er hasste alles und jeden. Von den nächsten 25 Jahren verbrachte er die Hälfte in Gefängnissen.

Im letzten Gefängnis versuchten die Behörden, seine Kraft zu brechen. Sie setzten ihn in Einzelhaft und banden seine Handgelenke an Eisenstäbe. Nur hin und wieder durfte er sich bewegen. Aber die Behörden mussten feststellen, dass sie diesen unbezwingbaren Willen nicht brechen konnten. So gab man es auf. Da lag nun Starr Daily auf dem Zementboden seiner Zelle- am Rande des Todes. Aber er atmete immer noch Hass.

Während er so auf dem Boden seiner Zelle lag, spürte er plötzlich die Gegenwart einer ihm unbekannten Person. Er sah auf- geradewegs in die Augen Jesu. Jesus war bei ihm in der Zelle. Später erinnerte sich Starr Daily: "Als ich in die Augen Jesu sah, durchströmte mich eine Liebe, von der ich nie geglaubt hatte, dass ich sie jemals erleben könnte." In diesem Augenblick verlor er den ganzen Hass seines Lebens, und an dessen Stelle trat ein  überwältigendes Empfinden der Liebe. Von dieser Stunde an liebte Starr Daily so intensiv, wie er vorher gehasst hatte. So hat er sich den Weg aus dem Gefängnis buchstäblich herausgeliebt.

In den ersten vier Jahren nach seiner Entlassung schrieb er das Buch "Love can open Prison Doors" (Liebe kann Gefängnistüren öffnen). Als er 1930 aus dem Gefängnis entlassen wurde, kannte er ausser den Ausdrücken der Unterwelt nur 300 Worte. Heute schreibt er religiöse Bücher, die Bestseller sind. Sie werden in Amerika und England veröffentlicht; und Starr Daily gilt in vielen Ländern der Erde als ein Apostel der Liebe. Nachdem er mit neun Jahren aus der Schule weggelaufen war, hatte er keinen Tag mehr in irgendeiner Schule oder Universität verbracht. Heute kann er ohne Schwierigkeiten in jeder Universität vor Studenten und Professoren sprechen. Er drückt sich vollendet aus und beherrschte die englische Sprache ganz erstaunlich. Ich habe ihn nach seinen Versammlungen oft in den Seitengängen mit Professoren und Doktoren reden hören. Er spricht mit ihnen genau so intellektuell wie sie mit ihm.

Wie ist das gekommen? Hatte Starr Daily, als er so auf dem Boden seiner Zelle lag, den plötzlichen Entschluss gefasst ein neuer Mensch zu werden? Bestimmt nicht, denn so etwas kann menschlich gesehen überhaupt nicht geschehen. Was dort geschah, können wir in der Bibel lesen. Es heisst: "Ist somit jemand in Christus, so ist er ein neues Geschöpf. Das Alte ist vergangen, siehe es ist neu geworden."

Starr Daily wurde ein neues Geschöpf. Das konnte nur durch Gott geschehen. Denn jeder, der in Christus ist, wird eine neue Schöpfung. Im Zusammenhang mit diesem Vers erscheint mehrmals das Wort "versöhnen". Im Griechischen erinnert dieses Wort an einen anderen Begriff, der "Katalysator" bedeutet. Das ist ein Ausdruck aus der Sprache der Chemie. Wenn ein Katalysator einer Lösung zugegeben wird, verwandelt sie sich- der Katalysator selbst aber bleibt  unverändert. Er hat nur die Veränderung bewirkt. Jesus ist ein göttlicher Katalysator. Er kommt in unser Herz und verwandelt es in etwas, was es vorher nicht gab. So wurde auch Starr Daily ein neues Geschöpf. Er wurde ein literarisches Genie- ohne Ausbildung, weil er ein neues Geschöpf geworden war. Sein altes Leben war vollkommen vorbei, es war alles neu geworden.

Gott will, dass dies allen seinen Nachfolgern geschieht. Er will uns nicht alle zu literarischen Genies machen, aber durch Jesus Christus kann jeder Mensch ein vollkommen neues Geschöpf werden. Am Schluss des 5. Kapitels des 2. Korintherbriefes heisst es: "Er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in Ihm die Gerechtigkeit Gottes werden." Haben wir richtig gehört? Wir sollen die Gerechtigkeit Gottes werden? Sind wir nicht auch mit viel weniger zufrieden? Vielleicht liegt es daran, dass die neue Schöpfung bei uns nicht durchbrechen kann.

Das Ziel der Erlösung, für das Jesus am Kreuz gestorben ist, besteht darin, dass wir die Gerechtigkeit Gottes werden sollen. Wer sagt, dass er die bösen Gewohnheiten in seinem Leben nicht überwinden kann, begrenzt die Macht des Blutes Jesu Christi. Er sagt damit, dass Gott nicht gross genug ist, die schlechten Gewohnheiten aus seinem Leben zu entfernen. Jesus starb am Kreuz, damit wir von aller Sünde befreit werden können. Es gibt keine Entschuldigung für uns, wenn wir in der Sünde bleiben. Solange Empfindlichkeit, Sorge und Eifersucht in unserem Herzen wohnen, erlauben wir damit der Sünde, in unserer Seele zu bleiben. Denn Jesus kam, um die Herrschaft des Himmels auf der Erde aufzurichten.

Gott sagt: " Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig." Er sandte Jesus, um uns zu zeigen, wie es möglich werden kann, dass es zum grossen Verlangen unseres Herzens wird, heilig und rein, gerecht und gut zu sein. Das soll das tiefe, leidenschaftliche Verlangen unserer Seele werden. Gott wirkt durch uns und er braucht dazu nur ein Instrument: Menschen wie dich und mich, durch die seine Liebe hindurchströmen kann. Die Liebe kann aber nicht durch uns hindurchströmen, wenn wir egoistisch verstopft und dadurch ein Hindernis für seine Wesensart sind.

Jesus kam, um die Herrschaft des Himmels auf der Erde aufzurichten

Wie Jesus seine Augen auf Gott gerichtet hielt, weil er wissen wollte, was er zu tun hatte, so sollen wir unsere Augen auf Gott richten. Dann beginnen die Wunder, und das Leben erhörten Gebetes. Gott tut das nicht um unseretwillen, ebenso wenig, wie Jesus um seinetwillen gelebt hat. Wer wirklich alles hergibt, um es Gott zu übergeben, dem ist auch völlig gleich, was für ihn dabei herauskommt. Wenn er jemand in Not sieht, beginnt sich sein Erbarmen zu regen. Wenn diese Liebe beginnt durch einen Menschen hindurch zu fliessen, dann ist das nichts anderes als Gott in Aktion - dann geht die Macht Gottes von diesem Menschen aus.

Wir müssen selbstlos, demütig und mit einem stillen Herzen barmherzig werden.

Wenn das, was wir in dieser Richtung wünschen, Wirklichkeit werden soll, dann müssen wir selbstlos, demütig und mit einem stillen Herzen barmherzig werden. Solange wir noch erleben, dass unsere Gefühle verletzbar sind, brauchen wir mehr Zeit zum Beten, denn verletzte Gefühle sind immer ein Zeichen für ein Ich, das noch nicht Gott übergeben ist. Gott hat uns dazu berufen, dass wir unsere Augen nur auf Ihn richten, ohne Rücksicht auf die Öffentlichkeit; und wenn wir selbst unser Leben in ganzer Konsequenz auf dieser Linie zubringen wollen, dann werden wir viel Zeit und Konzentration dafür brauchen.

Als eine Frau, die einkaufen war, nach Hause kommt, fragt sie ihr Mann wie es ihr ginge. Denn sie hatte starke Kopfschmerzen gehabt, als sie weggegangen war. Die Frau berichtet, dass ihre Kopfschmerzen vollkommen verschwunden seien. Derjenige, der neben dieser Frau im Laden stand, als sie einkaufte, hatte keine Ahnung, was das für sie bedeutete, als er seine Liebe zu ihr hinströmen lies. Das ist keine revolutionäre Idee. Was wird das wohl gewesen sein, als Menschen einfach gesund wurden, als Petrus an ihnen vorbeiging und sein Schatten auf sie fiel? Ich glaube nicht, dass es der Schatten des Petrus gewesen ist. Die Liebe Gottes hat die Anderen einfach erfasst. Ich glaube sogar, dass Petrus meistens nichts davon wusste, wenn so etwas geschah. Das ist herrlich, wenn jemand ein Instrument Gottes wird, ohne etwas davon zu wissen.

Christus muss das gemeint haben, als er sagte: "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werde Ströme lebendigen Wasser fliessen." Das ist eine sehr bildhafte Rede. Aber im nächsten Satz erklärt er, was er damit meint: "Das sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten." Wie Ströme lebendigen Wassers - so wirkt der heilige Geist in alle Richtungen; als Segen für die ganze Welt, aber auch ganz persönlich als Segen für alle Menschen, mit denen wir zusammenkommen, die Freunde und die Feinde.

Wo immer der Geist der Liebe Gottes aus unseren Herzen fliesst, werden Menschen gesegnet, einfach durch unsere Gegenwart. Das wird aber nur geschehen, wenn es das tiefste Verlangen unseres Herzen ist, so zu sein wie Jesus. Wenn das bei Dir noch nicht geschieht, dann nimm Dir vor, jeden Tag eine Stunde zu beten. Vielleicht wird diese Stunde im Schlaf fehlen. Das ist nicht schlimm - diese fehlende Stunde Schlaf wirst Du nicht vermissen, denn Dein Leben wird viel wirksamer werden, so dass Du sogar mehr tun kannst, als Du vorher tun konntest. Dann wird die Freude und die Liebe Gottes in Deinem Herzen viel reicher werden.

Ein Christ braucht nicht viel Zeit, um Busse zu tun. Man braucht nicht mal 5 Sekunden, um Jesus zu finden. Sicher gibt es auch Menschen, die fünf Stunden dazu brauchen. Aber in dem Augenblick, in dem das tiefe Verlangen, von der Sünde befreit zu werden, über dich kommt, kannst du gereinigt werden, sogar bevor du überhaupt die Möglichkeit hast, dieses Verlangen in Worte zu kleiden. Wir müssen uns - vielleicht sogar oft am Tag - zu Jesus hinwenden und Vergebung suchen, weil immer wieder die Ungerechtigkeit auf uns einwirkt. Wir müssen uns viel Zeit nehmen, mit Gott allein zu sein. Wir müssen so nahe bei Ihm sein, dass wir in dem Augenblick, in dem wir spüren, dass wir abgleiten, zu ihm sagen können; "O Herr, vergib!" Es geht darum, dass wir so nahe bei Ihm leben, dass wir uns, wenn die Anfechtung kommt, sofort an ihm wenden können und beten: " Herr, hilf mir, dass ich jetzt nicht falle!"

Die Macht des Gebetes liegt in der Macht des Kreuzes

Alles, was ich bisher gesagt habe, könnte ich in einem Satz zusammenfassen: Die Macht des Gebetes liegt in der Macht des Kreuzes. Wenn ihr die Macht Gottes in eurem Leben erleben wollt, dann müsst ihr viel Zeit im Gebet zubringen, damit ihr gereinigt und geheiligt seid. Und durch den Geist wird auch der lebendige und auferstanden Herr in euch leben. Deswegen starb er, damit er in uns leben kann und damit die Welt in Gott versöhnt wird.

 

 

Die  2. Grundlage: Leben auf der Ebene des Reiches Gottes

Wenn ich an wirksames Beten denke, meine ich sieghaftes Christenleben. Man kann allerdings kein sieghaftes Leben mit Christus führen, wenn man nicht betet. Früher meinte ich immer, dass jeder Christ das wüsste, was man unbedingt über das Beten wissen muss: Heute weiss ich, dass der Durchschnittschrist sehr wenig vom Gebet weiss. So bedeutet Gebet nicht in erster Linie die Bitte zu Gott, dass er uns dies und das geben möchte. Gebet ist ein mit Christus gelebtes Leben, Gebet ist Leben auf der Ebene des Reiches Gottes. Jeder, der in Gemeinschaft mit Jesus lebt, gehorcht ihm auch. Gehorsam sein ist ebenso Leben auf der Ebene des Reiches Gottes. Wer Jesus nicht mehr gehorcht, ist bereits wieder auf die Ebene der Welt abgeglitten.

Paulus hat eine Liste aufgestellt mit Eigenschaften, die aus der Welt sind: "Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, welche sind : Unzucht, Unkeuschheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Ränke, Zwietrachten, Parteiungen, Neid, Völlerei, Schwelgerei, und was dem ähnlich ist." (Gal. 5, 19-21) So kann man genau, eigentlich zu jeder Minute, sagen, auf welcher Ebene man sich bewegt, auf der Ebene der Welt oder auf der Ebene des reiches Gottes. Wenn diese Eigenschaften in unserem Herzen sind, könne wir recht genau wissen, dass wir nicht in der vollkommenen Verbindung mit Jesus stehen. So warnt Paulus: "Ich habe es schon im voraus gesagt, dass die, welche solche Dinge verüben, das Reich Gottes nicht erben." (V.21b) Warum eigentlich nicht? Weil diese Dinge auf der Ebene des Reiches Gottes nicht vorkommen. Sie werden vom Satan bewirkt, und wenn wir irgendeines dieser Dinge in unserem Leben dulden, dann stehen wir unter dem Einfluss des Satans.

Anschliessend spricht Paulus von den Eigenschaften, die in unserem Herzen sind, wenn wir auf der Ebene des Reiches Gottes Leben: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit." Wie werden seufzen und sagen: Wer kann dann schon auf der Ebene der Reiches Gottes leben? Es gibt nur einen Weg zum Reich Gottes: Christus Jesus. Wir müssen ihn als Heiland annehmen. Wir müssen ihm gehorsam sein.

Zwischen der Ebene der Welt und der Ebene des Reiches Gottes ist ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht. Auf der menschlichen Ebene unterdrücken wir die Menschen, auf der Ebene des Reiches Gottes heben wir sie empor; auf der menschlichen Ebene herrscht Abneigung, auf der Ebene des Reiches Gottes Liebe; auf der menschlichen Ebene finden wir Angst und Sorge, auf der Ebene des Reiches Gottes Glaube und Vertrauen. Es ist kein Wunder, dass Petrus den Gegensatz zwischen diesen beiden Ebenen so deutlich macht, dass er sagt, ein Mensch, der aus dem Reich Gottes wieder zurückfällt in das Reich der Welt, sei wie ein Hund, der zu seinem eigenen Auswurf zurückkehrt. Wenn wir aber beten, dann dringen wir in das Reich Gottes ein und gewinnen eine Nähe zum Herzen Gottes.

Es gibt nur ein Weg zum Reich Gottes: Christus Jesus

Viele Menschen verstehen Jesus nicht. Das ist nicht verwunderlich. Denn Jesus spricht von den Dingen des Reiches Gottes, und wir versuchen, über sie so nachzudenken und über sie so zu sprechen, wie wir es auf der menschlichen Ebene tun. Jeder, der mit Jesus verbunden ist, ist eine neue Schöpfung. Er ist damit für die Ebene des Reiches Gottes geschaffen und nicht für die Ebene der Welt. Während der Tage, Stunde und Minuten, in denen Jesus in uns lebt, sind wir eine neue Schöpfung. Wenn wir Jesus aber nicht gehorsam sind, befinden wir uns wieder auf der Ebene der Welt. Wir wissen das alles aus eigener Erfahrung: Manchmal sind wir Jesus sehr nahe, manchmal aber auch weit von ihm entfernt. Wenn Hass und Eifersucht in unseren Herzen sind, dann sind wir keine Männer und Frauen Gottes. Wir sind bekehrt, wir sind immer noch Kinder Gottes, aber die Verbindung zu Jesus ist gestört - so können wir auch nicht wirksam beten. Denn wir leben nicht auf der Ebene des Reiches Gottes.

Petrus ist ein gutes Beispiel für diese Problematik. Als ich noch ein junger Mann war, hatte ich Petrus gern, er war mein Held, denn er war so typisch menschlich. Immer sagte er etwas Verkehrtes und machte Schwierigkeiten. Aber später fand ich, dass Jesus ihm niemals ein Kompliment machte, weil er so menschlich war. Jesus tadelte ihn immer gerade deswegen. Als Petrus sagte: "Meister, geh nicht nach Jerusalem, sie werden dich umbringen!, da tadelte ihn Jesus: "Petrus du denkst, was menschlich ist, nicht was von Gott kommt."

Jeder Christ ist für die Ebene des Reiches Gottes geschaffen

Vor einigen Wochen stand ich im Garten Gethsemane, etwa an der Stelle, wo das Folgende geschah: Jesus stand hier, umgeben von den Soldaten, die ihn verhaften sollten, hinter ihnen die Ankläger, die geistlichen Führer des Volkes. Petrus beobachtete das alles. Wir können verstehen, dass der Zorn in ihm aufsteigt, als er diese ganze Ungerechtigkeit sieht. Der Zorn wird immer grösser, denn er war so lange bei Jesus gewesen, vielleicht als sein hingebungsvollster Nachfolger. So konnte er es vor Zorn nicht mehr aushalten, er zog sein Schwert aus der Scheide und schlug dem nächststehenden Soldaten ein Ohr ab. Jesus sah das alles. Niemand hinderte ihn, als er vortrat und das Ohr wieder an den Kopf des verletzten Mannes fügte. Sicher war die Stille fast hörbar, als das geschah. Und Petrus hatte nie vergessen, was Jesus jetzt zu ihm sagte: "Petrus, steck dein Schwert in die Scheide; denn die, die mit dem Schwert leben, sollen durchs Schwert umkommen." Damit sagte er folgendes: Wer aus der weltlichen Ebene des Zornes, des Hasses und der Angst lebt, wird auch auf der weltlichen Ebene sterben müssen. Denn dieser Weg bringt Tod und Zerstörung. Aber der Weg derer, die auf der Ebene des Reiches Gottes leben, bringt echtes, ewiges Leben.

Viele Christen wundern sich, dass ihre Bitten nicht erhört werden

Viele Christen wundern sich, dass ihre Bitten nicht erhört werden, ich will schon an dieser Stelle einen wichtigen Grund sagen. Die Verheissungen, die Jesus für das erhörliche Gebet gegeben hat, beziehen sich auf die Ebene des Reiches Gottes, nicht auf das Reich der Welt. Wessen Gebet erhört werden soll, dessen Leben muss auf dem Boden des Reiches Gottes aufgebaut sein. Wenn deine Hoffnungen in Erfüllung gehen sollen, musst du auf der Ebene des Reiches Gottes leben. Auch wer jeden Sonntag zum Gottesdienst geht und den zehnten Teil seines Einkommens der Gemeinde gibt, kann es Gott unmöglich machen, seine Gebete zu erhören, wenn er sich auf der Ebene der Welt bewegt. Gott hat diese Verknüpfung deutlich in seinem Wort zum Ausdruck gebracht, denn Jesus sagte in Matth. 6,14 und 15: "Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben." Wir sehen sehr leicht bei allen anderen Menschen grosse Fehler. Das ist aber gerade das Gegenteil der Art Jesu. Darum ist es entscheidend, dass wir alles weltliche Wesen aus unseren Herzen fernhalten und unsere Herzen reinigen für das Leben mit Gott.

Wende dich der Ebene des Reiches Gottes zu

Man kann diese Behauptungen selbst nachprüfen. Stelle dir vor, dass es ganz leicht wäre, die negativen Dinge in deinem Leben zu verlieren. Du sprichst zum Beispiel mit einem anderen Menschen und merkst dabei plötzlich, dass du am Kritisieren bist. Denke daran, dass Jesus ein Drittel der ganzen Bergpredigt gebraucht hat, um zu erklären, wie sündig es ist, andere zu kritisieren. Höre sofort damit auf - und wenn du mitten im Satz abbrechen musst. Dann wende dich sofort wieder der Ebene des Reiches Gottes zu. Denke Gedanken der Liebe. Wenn du das tust, hast du in diesem Augenblick dein Ich gekreuzigt. Du hast ein kleines Stückchen geistlichen Wachstums erlebt. Wenn du merkst, dass das einmal geht, kannst du es auch zweimal. Darum behaupte ich, dass es leicht ist gut zu sein, wenn wir das wollen.

In X. versuchte ein Mann seit Jahren, 5000 Dollar Schulden abzutragen. Dadurch kam es in der Familie zu Spannungen, denn sie konnten oft nicht einmal das Notwendigste anschaffen, weil sie immer unter der Schuldenlast lebten. Eines Tages sagte die Frau zu ihrem Mann: "Muss das immer so weiter gehen?" Wenige Tage später offenbarten sie ihre Not in einer Versammlung und übergaben sie Gott. Wir baten dann zusammen Gott um ein Wunder. Meine Lieben, unser Gott tut Wunder! Es ist ihm doch nicht gleichgültig, wenn eine Familie zu zerbrechen droht! Denn er kennt ja sogar die Not der Sperlinge. Viel lieber möchte er auf jeden seine Segnung ausschütten. Wir übergaben Gott diese Not, die schon seit 18 Jahren auf der Familie lag, wir baten ihn, diese Last fortzunehmen und die Familie zu retten und zu bewahren. Wir überliessen die Not ihm, und der Friede Gottes kam in unsere Herzen. Es schien bereits so, als wäre die Last von ihnen fortgenommen. Die Familie fing an, ihr ganzes Tun nach dem Herzen Gottes zu richten. Ich brauche hier keine Einzelheiten zu erzählen - aber nach 18 Monaten waren die gesamten Schulden bezahlt. Gott hat in 18 Monaten das getan, was sie in 18 Jahren nicht geschafft hatten. Das Einkommen stieg und die Ausgaben wurden geringer. Manches kam an Hilfe von aussen, aber von dem grössten  Teil der 5000 Dollar wissen wir nicht, wo er herkam. Wir konnten nur noch danken für die Erhöhung dieses Gebetes.

Meine Lieben, unser Gott tut Wunder

So kann es bei jedem sein. Aber er muss seinen Weg ganz nach Jesus gehen. Wenn irgendeine Not in deinem Laben ist, dann gewinne Mut und schöpfe Hoffnung und baue deinen Glauben ganz auf Jesus Christus. Lebe nach seinem Wort, ganz gleich, ob deine Gebete erhört werden oder nicht. Wenn du Gott nur liebst, damit deine Gebete erhört werden, kannst du niemals mit ihrer Erhörung rechnen. Aber wenn du Gott liebst, ohne Rücksicht darauf, was geschieht, dann kannst du den Segen des Himmels empfangen. Wenn die Not vielleicht nicht so beseitigt wird, wie du gedacht und gebetet hast, so wird sie doch herrlich überwunden - oft zu deiner eigenen Überraschung.

Wir wissen, dass Gott Gebete erhört, aber nur, wenn wir versuchen, auf der Ebene des Reiches Gottes zu leben. Wir müssen alles, was zur Ungerechtigkeit gehört, aus unserem Herzen hinaustun und unser Herzen rein halten. Das bedeutet nicht, dass wir vollkommene Menschen werden. Es hat vielmehr damit zu tun, dass Gott verherrlicht wird. Von unserem Wollen hängt es ab, ihm zu gehorchen und in zu lieben. Wenn dies das höchste und stärkste Verlangen in dir bleibt, dann werden auch deine Gebete erhört werden - nicht immer nach deinen Vorstellungen, aber durch deutliches Eingreifen Gottes. Dabei wird grosse Freude in dir sein. Andere Menschen werden gern in deiner Nähe sein, weil durch dich Gottes Liebe sie erreicht. Du wirst zum Trost und zur Freude deiner Umgebung.

Gott erhört Gebete nur, wenn wir auf der Ebene des Reiches Gottes leben

 

 

Die  3. Grundlage: Verbindung zu Jesus

Bei meinem ersten Besuch in Japan wurde ich einmal von einem Auto abgeholt. Nach einer Weile hatten wir eine Panne. Es war viel Benzin im Tank, aber der Motor hatte keine Kraft. Irgendwie kamen wir dann doch in eine Autowerkstatt. Drei Stunden mussten die Mechaniker arbeiten, ehe sie den Schaden fanden. Als sie aber wussten,  was es war, hatten sie das Auto nach zehn Minuten fertig. Sicher haben manche von uns schon ähnliches erlebt.

Wir sind alle mit dem Wissen erzogen worden, dass Gott allmächtig ist. Wir wissen ganz genau, dass er uns mit Segen überschütten will. Wir wissen, dass sein Wort Kraft hat. Wir wissen, dass es nichts gibt, was er nicht tun könnte. Wir wissen, dass er diese Welt heilen will, weil er will, dass alles vollkommen ist. Vielleicht haben wir viel gebetet und kaum Erhörung gefunden. Manche beten Jahr um Jahr und wundern sich, warum sie so viel Leid zu tragen haben und ihre Gebete nicht erhört werden. Dabei gibt es nichts auf das Jesus immer wieder mehr Wert gelegt hätte, als auf das Gebet, das erhört werden kann. Gott will jedes Gebet erhören, das aus der Seele kommt. Denn das Verlangen der Seele ist schon vom Heiligen Geist geboren.

Warum sind wir oft im Gebet kraftlos? Wie kommt es, dass wir Jahr um Jahr und Monat für Monat leben, ohne die Macht Gottes in unserem eigenen Hause verwirklicht zu sehen? Ich habe herausgefunden, was in meinem Leben der Grund war. Das möchte ich an dem kleinen Beispiel mit der  Autopanne in Japan illustrieren. Denn nachdem die Mechaniker damals drei Stunden gesucht hatten, fanden sie ein kleines Röhrchen, das sie abnahmen und auf den Boden stiessen, dabei fiel eine Menge Schmutz heraus. Dieses Röhrchen gehörte zu der Kraftstoffzuführung, und das Benzin konnte nicht durch die Leitung fliessen, solange sie durch Schmutz verstopft war. Als der Schmutz herausgestossen war, floss das Benzin wieder durch. Vorher hatte die Maschine keine Kraft, obwohl der Tank voll mit Benzin war. Als aber der Treibstoff fliessen konnte, hatte der Motor wieder Kraft. Immer wieder, wenn ich mein Herz prüfte, stellte ich fest, dass keine Möglichkeit bestand, dass die Kraft Gottes durchkommen konnte. Immer dann habe ich auch ohne Erhörung gebetet.

Die Maschine hatte keine Kraft obwohl der Tank voll Benzin war

So gibt es bei uns allen Dinge, die die Kraftstoffzuführung zwischen Gott und uns verstopfen. Ich habe gelernt, dass wir diesen Kanal offen halten müssen, wenn wir etwas von der Kraft Gottes erhalten wollen. Manchmal ist die Kraftstoffzuführung durch Dinge verstopft, von denen wir meinen, dass sie eigentlich keine besondere Bedeutung haben. Es handelt sich vielleicht um Ungeduld oder Abneigung gegen irgend jemand, um Dinge, die uns aufregen, um Sorgen, Furcht, Eifersucht und Stolz. Wir meinen vielleicht auch, dass es eigentlich gar nichts bedeutet, wenn wir ängstlich oder aufgeregt sind. Aber wenn Angst und Eifersucht zu einer Gewohnheit werden, dann hindert das die Macht Gottes zu uns zu kommen. Wir wissen zwar alle, dass diese Dinge nicht gut sind, aber gewöhnlich achten wir nicht allzu sehr darauf, und deshalb strengen wir uns auch nicht sehr an, diese Dinge zu überwinden.

Vielen bereitet es grosse Lust, andere zu kritisieren oder sich über alles mögliche aufzuregen und an allem zu nörgeln. Es ist doch eine so grosse Befriedigung, wenn man stolz sein kann und davon ausgeht, dass man besser ist als der andere. Genau an dieser Stelle müssen wir uns ändern. Wir müssen im Geist arm werden, damit die Kraft Gottes wirklich zu uns kommen kann. Wenn wir diese einzelnen Dinge zu Jesus bringen und um Vergebung bitten, dann vergibt er uns auch, und wir werden durch ihn rein. Das geht aber nicht mit einem Gebet, das wir ab und zu verrichten. Wir müssen viel beten, nicht nur einmal am Tage, wenn wir unsere persönliche Gebetszeit haben. Es geht darum den ganzen Tag Umgang mit Gott zu haben, also in einer ständigen Gebetshaltung zu leben. Wenn wir so mit Jesus verbunden sind, werden wir mitten in einem Satz, der Kritik übt, aufhören und uns sagen: "Nein Herr, das will ich gar nicht, bitte vergib mir."

Es geht darum, den ganzen Tag Umgang mit Gott zu haben

Bei unserer Autopanne in Japan haben die Mechaniker drei Stunden gearbeitet. Als sie dann den Grund für die Störung gefunden hatten und der Schmutz herausgeholt war, schoss der Kraftstoff glatt durch. Das ist also eine ganz einfache Lektion, die wir heute für unser Gebet gelernt haben: Wer mit der Kraft Gottes erfüllt sein will und kraftvoll beten will, der muss seine Sünden bei Jesus ausliefern.

 

 

Die  4. Grundlage: Alleinsein mit Gott

"Du aber gehe, wenn du betest, in dein Kämmerlein und schliesse deine Tür zu und bete im Verborgenen zu deinem Vater; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten." (Matth.6,6)

Allein sein mit Gott ist eine der wichtigsten Grundlagen für wirksames Gebet. Deswegen fordert Jesus dazu auf, ins Kämmerlein zu gehen. Ich möchte euch nun gern für ein paar Minuten mit in das Kämmerlein hinein nehmen, damit ihr wisst, was da hinter der Tür geschieht. Was ich jetzt sage beschreibt keine Methode des Gebets. Denn im Gebet muss man genauso vom Heiligen Geist geleitet werden wie im praktischen Leben. Ich will aber versuchen, anschaulich zu schildern, was ich im Kämmerlein tue und erlebe.

Wenn ich am Morgen in ein stilles Zimmer gehe, um mit Gott allein zu sein, versuche ich zunächst, ruhig zu werden. Ich setzt mich in einen Stuhl oder noch besser in einen bequemen Sessel und entspanne mich. Ich lasse alle meine Gedanken fallen. Das ist sehr wichtig, weil wir in einer angespannten Zeit leben. Zu jeder Zeit haben wir hundert Erledigungen zu tun. Wir haben unsere Sorgen und sind oft so angespannt, dass es fast zu einer Verkrampfung wird. Diese Spannungen treibt uns in manche Krankheiten hinein. Sie hängt bereits mit unseren Gefühlen zusammen, wie etwa Eifersucht, Empfindlichkeit und ähnliches. Die Spannungen und Probleme hängen an uns. Wenn wir anfangen zu beten müssen wir alle diese Dinge fallen lassen. Zunächst müssen wir versuchen, uns vollkommen körperlich zu entspannen. Dann können wir auch unsere Angst, unsere Abneigungen, unsere negativen Gedanken fallen lassen. Sicher brauchen wir dann noch einige Minuten, um wirklich ohne jede kleine Erregung und ohne jeden Ärger zu sein. Nach einiger Zeit führt aber die körperliche Entspannung von selbst in die geistige Entspannung hinein.

Jetzt solltest du regelrecht den Stuhl spüren, auf dem du sitzt. Du fühlst richtig dein Gewicht. Der Stuhl ist stark, er trägt dich, du vertraust ihm vollkommen, und dann gibst du dich ihm völlig hin. Jetzt können wir uns vorstellen, dieser Stuhl sei der Arm Gottes. Lasse dich nun in seine Arme hineinfallen, in die ewigen Arme Gottes. Lass dich von Gott halten, vertraue ihm. Du übergibst dich ihm nicht, sondern du überlässt dich ihm, ohne dass das irgendwelche Anspannung kostet. Lass ihn einfach das mit dir machen, was er will. Dann erlebest du auch, wie der Heilige Geist in deine Seele hineinkommt.

Viele fragen mich immer wieder: Geht das so wirklich so einfach?

Viele fragen mich immer wieder: Geht das so wirklich so einfach? Ich möchte das an einem Beispiel deutlich machen. Wenn wir Milch aus einer Flasche schütten, dann kommt von selbst die Luft da hinein, wo vorher Milch war. Denn die Luft strömt automatisch in jeden Hohlraum nach, der entsteht. So ist es auch mit dem Heiligen Geist. Gehe zu Jesus und schütte dein Ich aus, das sich oft in Stolz oder Sorge oder Eifersucht versündigt. In dem Masse, wie du dich selbst ausschüttest, wird der Heilige Geist in dich kommen, und du kannst ihn nicht davon abhalten. Das ist das Handeln Gottes. Was wir zu tun haben, ist nur das Fallenlassen unseres eigenen Ichs. Ich habe herausgefunden, dass es auf der geistlichen Ebene ebenfalls ein Gesetz gibt, das dem der physikalischen Schwerkraft entspricht.

Du sitzt also entspannt auf dem Stuhl und überlässt dich voll und ganz dem Wirken Gottes. Was ist jetzt zu tun? Ich nehme dann immer die Bibel und lese darin. Es hängt nicht davon ab, wie viel du liest, ob es ein ganzes Kapitel ist oder nur ein einziger Vers. Aber wenn du dann so in der Gegenwart Gottes auf eine grosse Wahrheit stösst, dann höre auf zu lesen und schaue dir diese Wahrheit an. Denke darüber nach und frage, was Gott damit meint, dass er sie dir sagt. Und dann lass deinen Verstand weit ausgreifen bis an die Grenzen deines Horizontes. Das alles ist zunächst ein Vorgang in unserem Denken. Es genügt aber nicht, über die Wahrheit nachzudenken. Wir müssen uns so in sie hineinversenken, dass sie ein Teil von uns wird. Vielleicht hast du ja gerade gelesen, dass Jesus wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wurde und seinen Mund dabei nicht auftat. Was ist das für eine Geduld! Du staunst darüber und denkst darüber nach. Wenn du eine Weile über die Geduld Jesu nachgedacht hast, wird in dir der Wunsch immer grösser werden, diese Geduld selbst auch zu besitzen. Du fängst an nach der Geduld Jesu zu verlangen. Dann wird deine Seele eingetaucht werden in die Geduld Jesu. Denn das starke Verlangen deiner Seele ist das intensivste Gebet.

Denn das starke Verlangen deiner Seele ist das intensivste Gebet.

Wir sind jetzt über das Denken weiter vorgestossen in den Bereich der Meditation. Das ist immer noch ein Vorgang, der sich in unserem Denken abspielt. Wir müssen aber auch darüber noch hinauskommen, in einen weiteren Bereich, der geistlich ist. Wir müssen über das Denken zu der Erfahrung vorstossen. Das ist wohl das Bedeutendste, was wir hinter der Tür des Kämmerlein erleben können, eins zu werden mit Jesus, in Gemeinschaft mit ihm zu sein. Das ist mehr als Nachdenken, das ist Erfahrung. Und es geht im Grunde darum, dass wir lernen, diese Gemeinschaft mit Jesus nicht nur in Sternstunden unseres geistlichen Lebens zu erleben, sondern die Gemeinschaft mit Jesus zu bewahren. Wenn wir in diese Gemeinschaft mit Jesus hineinkommen, wird sich unsere Seele mit Freude erfüllen. Wir werden unserer Freude Ausdruck geben mit Lob und Dank. Mich zieht es dann immer auf die Knie. Und ich schäme mich dessen nicht. Die Tür ist ja zu und verschlossen und niemand sieht, was ich tue.

Dankbarkeit ist ein wichtiger Faktor beim wirksamen Gebet

Dankbarkeit ist ein wichtiger Faktor beim wirksamen Gebet. Danke Gott für vieles, besonders wenn du in Not bist; danke Gott für alles, wofür du danken kannst. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Dankbarkeit nicht nur eine Folge des Nachdenkens ist, sondern tief in den Bereich des Gefühls hineinreicht. Wir müssen uns deshalb immer wieder diesem Gefühl überlassen. Wer feststellen will, ob er dankbar beten kann, der sollte folgendes tun: Versuche einmal drei Minuten zu danken, ohne in eine Bitte hinein zu verfallen.

Vor einem Jahr war ich mit meiner Frau in England. Zusammen mit einem Baptistenprediger hielten wir in verschiedenen Orten Englands Konferenzen ab. Jeden Abend, wenn wir in unser Hotel zurückkamen, beteten wir eine Stunde lang, und immer wieder stellte ich fest, dass wir so voller Dank waren, dass wir Gott dabei um gar nichts gebeten hatten. Versuche einmal, mit Gott eine Stunde im Gebet zu verbringen, ohne ihn um etwas zu bitten. Dann wird der heilige Geist dich in sich hineinnehmen. Manchmal wirst du dann einen Blick für die Gegenwart Jesu bekommen, und dann wird es dir so scheinen, als ob Gott mit seiner ganzen Liebe und Herrlichkeit zugegen ist. Das Gebet im Kämmerlein darf nach keinem Schema ablaufen. Alles, was du tust, wenn du mit Gott allein bist, soll vom Heiligen Geist geleitet sein. Gib ruhig deinen Neigungen nach. Wenn wir intensiv mit Gott verbunden sind, erleben wir häufig auf diese Weise die Führung des Heiligen Geistes. Dann wird dich der Heilige Geist auch immer wieder dazu treiben, die Sünde zu bekennen. Zögere nicht, von jeder einzelnen Sünde zu Gott zu sprechen. Sieh über nichts hinweg, nimm dir genug Zeit, so dass alles weggewaschen wird.

Versuche einmal, mit Gott eine Stunde im Gebet zu verbringen

Ich brauche immer eine Stunde, wenn ich mit Gott allein sein will. Andere werden weniger oder mehr brauchen. Denn es gibt ja kein Schema. Ich möchte aber trotzdem nochmals einige der Punkte aufzählen, die für die Zeit des Alleinseins mit Gott besonders wichtig sind. Manchmal werden nur ein oder zwei von diesen Punkten für unser Gebet im Kämmerlein wichtig sein. Manchmal werden wir sie alle brauchen:

1. Lasse dich in das Herz Gottes fallen und entspanne dich körperlich und geistig.

2. Lies in der Bibel.

3. Denke über das Gelesene nach.

4. Versenke dich ganz hinein.

5. Drücke deine Dankbarkeit aus.

6. Bekenne deine Sünde.

Das kann man sicher nicht in 5 Minuten. Vielleicht brauchst du zwanzig oder dreissig Minuten oder auch eine ganze Stunde. Alleinsein mit Gott braucht Zeit, aber im Grunde ist es ganz einfach. Es ist nicht anstrengend, und es erfüllt mit grosser Freude und der Liebe Gottes. Ganz nebenbei werden auch die Bedürfnisse unseres Lebens erfüllt und unsere stillen und vielleicht heimlichen Gebete erhört.

Ihr Lieben, nehmt euch viel Zeit zum Beten!

Alleinsein mit Gott braucht Zeit

 

 

Die  5. Grundlage: Jesus erleben

Das Geheimnis der wunderbaren Kraft Jesu liegt in der Art und Weise, wie er lebte. Natürlich stimmt es, dass Jesus Gottes Sohn ist. Genauso wahr ist es, dass Jesus Gott selbst ist. Aber manchmal vergessen wir sehr gern die menschliche Seite Jesu. Wir sollten immer wieder daran denken, dass er auch ein Mensch war, genau wie wir. Seine Vollmacht kam aus dem engen Verhältnis und dem intensiven Zusammenleben mit seinem Vater im Himmel. Wir können sehr leicht sagen, dass er die Dinge, die er tat, tun konnte, weil er Gottes Sohn war. Aber wenn wir diese Seite des Lebens Christi überbetonen, dann nehmen wir auch der Erlösung etwas ganz Wesentliches von ihrem Wert. Denn eine der Grundlagen der Erlösung ist die Fleischwerdung Gottes in Jesus Christus. Gott kam als Mensch auf die Erde, um uns zu zeigen, wie man als Mensch lebt. Er liess die Herrlichkeit der Gemeinschaft mit Gott hinter sich. Die Kraft, die er hatte, war das Ergebnis der vielen Zeit, die er im Gebet zubrachte, indem er seine Augen ständig auf den Vater im Himmel gerichtet hielt.

Erbarmen ist Liebe, die anfängt, in Aktion zu treten.

Es kommt uns sicher schwierig vor, unsere Augen dauernd auf Gott zu richten. Wie können wir im Betrieb des täglichen Lebens ständig auf Gott achten? Für mich ist Gott so gross und so sehr alles in allem, so gegenwärtig, dass ich nicht wüsste, in welche Richtung ich mich wenden sollte, um Gott zu beobachten. Auch deshalb - weil wir die Allmacht Gottes mit unserem menschlichen Verstand nicht begreifen können - wurde Gott Mensch: So können wir sehen wie Gott ist, wir können seine Natur, sein Wesen und seine Eigenschaften kennen lernen. Denn Jesus sagt: "Wer mich gesehen hat, der hat auch meinen Vater gesehen." Wenn wir also Gott beobachten wollen, müssen wir Jesus beobachten. Wir können unsere Augen auf Jesus heften, so wie Jesus seine Augen auf Gott gerichtet hatte. In Gott ist das Leben, und so ist es sehr sinnvoll, wenn wir davon sprechen, dass wir Gott erleben, wenn wir unsere Augen auf Jesus richten. Gott fördert immer das Leben. Da gab es einen Mann, der dreissig Jahre lang am Teich Bethesda lag. Jesus sah ihn an, und Mitleid stieg in ihm auf. Dabei musste er wohl den hoffnungslosen Ausdruck in seinen Augen gesehen haben. So stellte er ihm die Frage: "Möchtest du gesund werden?" Und dann sagte dieser Man etwas, das die ganze Hoffnungslosigkeit seines Herzens durchscheinen liess. " Herr, ich habe niemanden, der mich zum Wasser bringt, wenn es bewegt wird..." Ich glaube, dass da die Liebe Gottes einfach aus dem Herzen Jesu herausstrahlte. Jesus war uns Menschen so nahe, dass, wenn er das Leiden der Menschen sah, auch das Mitleid in ihm hochstieg. Und als er diese erbarmungswürdige Antwort hörte, da wurde er vollkommen mit Erbarmen erfüllt. Erbarmen ist Liebe, die anfängt, in Aktion zu treten. Ich könnte mir vorstellen, dass ohne eine besondere äussere Aktivität durch Jesus die Liebe Gottes auf diesen armen Menschen ausgegossen wurde, und augenblicklich wurde er geheilt. Als Jesus den Mann geheilt sah, gab er ihm den Befehl, sein Bett zu nehmen und nach Hause zu gehen. So wurde lebendig, was Jesus sagte: " Mein Vater wirkt bis jetzt noch, und darum wirke ich auch."

Gott zwingt sich niemandem auf

An Jesus können wir noch etwas anderes entdecken. Gott zwingt sich niemand auf. Er zwingt uns nicht seine Liebe ins Herz hinein. Wenn wir uns verschliessen, dann strömt sie vorbei und kann uns nicht erreichen. Wir können uns selbst einsperren. Für die Grenze, die uns von der Liebe Gottes trennt, haben wir verschiedene Namen. Psychologen würden es Egoismus nennen. Wir würden es vielleicht als Stolz bezeichnen. Oder wir reden davon als vom eigenen Ich. Wir drücken es manchmal mit dem Wort Ichsucht aus, oder wir sprechen von Eifersucht, Ärger, Kummer oder Sorgen, Angst oder Furcht. Denn das Ich stellt sich auf vielerlei Weise dar. So ist es eine der zentralen Lehren Jesu, dass wir das Ich ausliefern müssen. Es muss gekreuzigt werden, damit wir mit der Fülle der Liebe Gottes erfüllt werden können. Weil Gott seine Liebe uns nicht aufzwingt, kann sie uns auch nur erfüllen, wenn wir etwas dazu tun. Es gilt, auf praktische Art zu zeigen, dass wir mit dem Heiligen Geist erfüllt sind, das heisst, dass wir Gott die Möglichkeit gegeben haben, uns mit seinem Heiligen Geist zu erfüllen. Daher hat sich Jesus so viel Zeit genommen, um den Willen Gottes zu hören. Deshalb ging er oft früh am Morgen, vor  Dämmerung, auf einen Berg, um mit Gott allein zu sein. Ganze Nächte verbrachte er ohne Schlaf, nur, um mit dem Vater allein zu sein, immer seine Augen auf den Vater gerichtet, immer Gott beobachtend, wie er wirkt und was er will. Dabei sah er, dass Gott immer die Liebe ist, immer die Vollkommenheit und die Güte. So war es für Jesus selbstverständlich, es Gott nachzutun und wie Gott zu sein. Denn er war ja der Sohn Gottes. Er konnte es vollbringen, aber gerade darum sagte er: "Der Sohn kann nichts von sich selber, sondern nur, was er den Vater tun sieht."

So kann es uns zu einer ganz grossen Hilfe werden, wenn wir ins Kämmerlein gehen, die Tür hinter uns schliessen, um mit Jesus allein zu sein. Es ist allerdings sehr wichtig, dass es für uns eine Gewohnheit wird, diese Zeit im Gebet zuzubringen. Denn wir müssen anfangen, die Art anzusehen, in der Jesus lebte, und die vielen Berichte aus seinem Leben zu studieren. Wir brauchen viel Zeit dazu, um über die Geduld Jesu nachzudenken, der immer geduldig war, ganz gleich, was man ihm sagte. Er war geduldig in seinem Zuhören und in seinen Antworten, er war niemals aufgeregt oder enttäuscht, immer mit dem Frieden Gottes erfüllt. Wir können unsere Augen auf Jesus richten und versuchen, seine Geduld in uns aufzunehmen. Wir wissen sicher, dass wir nicht den vollen Erfolg haben werden, aber wir können mit dem Versuch anfangen. Nur wenn wir den Mut haben, einfach zu beginnen, so zu werden wie Jesus war, können wir in der Gnade wachsen. Wir werden auf diese Weise auch immer mehr mit der Liebe Gottes erfüllt werden. Je mehr wir die Nöte der Menschen und alle ihre Schwierigkeiten sehen, desto mehr wird sich das Erbarmen in unserem Herzen regen, und dann wird die Liebe Gottes anfangen zu strömen. Das kann ganz unbewusst geschehen, und wir können auch im Grunde nichts dafür, weil Gott das Eigentliche tut. Aber wir müssen ihm Gelegenheit geben, dass er es tun kann.

Wir können unsere Augen auf Jesus richten

Es geht im Grunde nicht darum, für bestimmte einzelne Menschen Liebe aufzubringen, sondern es geht darum, dass wir in der Gnade wachsen und selbst zur Liebe werden. Denn Jesus hatte nicht nur Liebe, er war Liebe. Gott ist Liebe, und Jesus war die menschgewordene Liebe. Je näher wir bei Jesus leben, desto mehr werden wir zur gestaltgewordene Liebe.

Wer ein Segen für andere Menschen werden will, muss viel Zeit in der Stille zubringen und seine Augen auf Jesus richten. Er muss Stunde um Stunde in der Bibel lesen, immer mehr über sie nachdenken und versuchen, das, was Jesus tat, auch zu tun. Sagt nicht, ihr hättet keine Zeit! Ihr dürft es euch einfach nicht leisten, euch diese Zeit nicht zu nehmen, denn nur dann werdet ihr in der Gnade wachsen. Das ist der Weg, auf dem ihr körperlich und geistig gesund Erden könnt. Das bringt auch göttliche Führung in euer Tun hinein, so dass ihr die Fehler nicht mehr so oft tut, wie sie euch gewöhnlich passieren. Sagt auch nicht , ihr könntet euch nicht ändern! denn Jesus ist es der euch ändert! Ihr müsst nur den Anfang machen, euch ganz Jesus auszuliefern. 

Wenn ihr eine Stunde täglich mit Jesus verbringt, dann werdet ihr merken, wie ihr immer mehr auf den Wegen Gottes geht, ihr werdet entdecken, dass ihr viele Dinge von selbst tut, die Jesus auch getan hat, ihr werdet merken, dass ihr mit Menschen viel geduldiger sein könnt als früher, und dass ihr auch einmal Menschen vergeben könnt, die euch kritisieren und über euch reden.

Ich habe in meinem Leben viele Wunder Gottes erlebt

Jahrelang hatte ich immer den Wunsch, mehr Zeit zum Beten zu finden, aber mein Verlangen danach war offensichtlich nicht gross genug. Eines Tages fuhr ich mit einem jungen Kollegen im Auto und erwähnte ihm gegenüber diese Tatsache. Ich sagte ihm , dass ich eigentlich jeden Tag eine Stunde Zeit zum Gebet haben möchte. Er gab sofort zu, dass dies auch sein Wunsch sei, dass er aber die Zeit ebenfalls nicht finde. In dem Augenblick wurde mir die Antwort klar: Fang an! Ich kann nicht davon sprechen, dass in diesem Augenblick irgend etwas besonderes in meinem Leben passiert ist. Aber als ich das einmal ausgesprochen hatte, fing ich an, am nächsten und am übernächsten Tag eine ganze Stunde mit Gott zureden. Es wurde mir dann bald zu einer Gewohnheit, besser gesagt, zu einem Programm, mit Gott eine Stunde am Tag zu reden, die Bibel zu lesen und über das Gelesene nachzudenken - über die Dinge zu meditieren, die ewigen Bestand haben. Das Verlangen wurde immer grösser, das nicht nur zu erkennen, sondern in meinem eigenen Leben anzuwenden. Obwohl ich keineswegs sagen kann, dass ich das Ziel erreicht habe, jage ich ihm doch immer wieder nach. So habe ich in meinem Leben viele Wunder Gottes erlebt. Ich weiss, dass ich nicht besser bin als irgend jemand. Wenn Gott etwas tut, dann kommt es daher, dass ich seine Liebe durch mein Herz hindurchströmen lasse. Und ich weiss, dass das bei jedem Menschen geschieht, der bereit ist, die Liebe Gottes durch sich hindurchströmen zu lassen.

 

 

Die  6. Grundlage: Brennendes Verlangen

Jesus hat uns gezeigt, wie wir leben sollen. Er hat uns gelehrt, dass wir allem, was er gesagt hat, gehorsam sein sollen. Er hat uns verheissen, dass er dann aller Not begegnen will. So lesen wir in Matth. 6, 31-33: "Darum sollt ihr euch nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen oder was werden wir trinken oder womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden. Euer himmlischer Vater weiss ja, dass ihr all dieser Dinge bedürft. Suchet viel mehr zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit! Dann werden euch alle diese Dinge hinzugefügt werden."

Wir haben unsere Frömmigkeit sehr kompliziert gemacht, aber wenn wir diese Worte Jesu lesen, merken wir, dass es im Grunde sehr einfach ist. Wir brauchen eigentlich gar nicht sehr viel zu wissen. Wir brauchen keine lange Vorbereitungszeit. Wir müssen nur einfach ein verlangendes Herz haben. Und wenn wir unseren Glauben vollkommen auf Jesus setzen, dann fällt alles andere an seinen Platz. Das Leben eines Menschen ist oft sehr kompliziert, und häufig haben wir den Eindruck, dass es menschlich unmöglich ist, alles in Ordnung zu bringen. Doch wir können unser Leben vor Jesus hinlegen. Er kann es ändern, leicht und einfach. Ich erinnere mich, dass ich als Kind einmal einen ganz verknoteten Bindfaden zu meiner Mutter brachte und sie bat, ihn aufzulösen. Je mehr ich zog um so fester wurde der Knoten. Ich war ganz erstaunt, dass ihn meine Mutter so leicht behandelte. Und nach kurzer Zeit war er wieder ein glatter Bindfaden. So können wir auch das ganze verknotete und verwickelte Leben mit seinem Durcheinander zu Jesus bringen. Er kann den Knoten auflösen.

Gott hat einen Plan für jedes Leben

Gott hat einen Plan für jedes Leben. Er ist vollkommen und so klar, wie nur der Plan eines Architekten sein kann. Wir können als Menschen diesen Plan nicht im voraus sehen. Wir können oft nur eine einzige Stelle sehen, die Stelle, an der wir uns jetzt zu dieser Stunde bewegen, aber Gott kennt die nächste Stunde, den nächsten Tag und auch die nächste Woche. Weil er für unser ganzes Leben einen Plan hat, hat er auch einen Plan für dieses Jahr, für diesen Monat, für diese Woche, für diesen Tag und für diese Stunde. Wir brauchen uns um die Zukunft keine Sorgen zu machen. Wichtig ist nur, dass wir immer Jesus im Auge haben, Stunde für Stunde. Denn der Teufel kommt und will uns von diesem Plan abbringen. Das gelingt ihm auch häufig, aber wir können immer wieder auf den Weg Gottes, der seinem Plan entspricht, zurück.

Wenn ein Mensch wiedergeboren und mit dem Heiligen Geist erfüllt wird, dann wird er wie eine Magnetnadel im Kompass. Die Magnetnadel wendet sich auch immer nach dem magnetischen Pol hin. So sind wir auf Jesus Christus gerichtet. Wenn Dinge geschehen, die uns von dem Pol Jesus Christus abweichen lassen, gleichen wir einem Schiffskompass, in dessen Nähe Eisen oder ein anderes Metall gekommen ist. So weicht die Nadel vom Pol ab. Wenn wir mit Jesus in Gemeinschaft sind, wenn also unser Kompass auf ihn gerichtet ist, dann wird er auch unserer Not begegnen. Denn in dem Augenblick, in dem wir durch Jesus Christus Gottes Kinder geworden sind, gibt es nur eine Sache, die wirklich wichtig ist. Jesus sagt das: "Suchet vielmehr zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit! Dann werden euch alle diese Dinge hinzugefügt werden."

Jesus sagt, dass das Reich Gottes in uns ist

Alles was nötig ist, alles was dem Plan Gottes entspricht, wird erfüllt, wenn du zuerst nach seinem Reich suchst. Jesus ist so herrlich, Er gibt uns alles, was wir brauchen. Aber das Suchen nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit muss auch unser erstes und tiefstes Verlangen, unser grösster Hunger und Durst sein. Jesus sagt, dass wir nicht vergessen sollen, dass das Reich Gottes in uns ist. So hängt es von uns ab, dass das Reich Gottes von der Unsichtbarkeit in die Sichtbarkeit gebracht wird. Das geschieht dadurch, dass wir uns von allen Dingen der Welt losmachen und uns auf das Reich Gottes einstellen lassen. Jesus sagt: "Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt." Die Frucht des Heiliegen Geistes besteht aus Liebe, Freude, Friede, Geduld usw. Diese Dinge werden Wirklichkeit, wenn jemand zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit sucht. Unser Leben wird dann ein lebendiges Beweismittel der Auferstehung Christi. Wir werden zu einem Zeugnis und brauchen nicht nur mit unseren Lippen Zeugnis zu geben, denn wir zeugen mit unserem Leben. Das Verlangen, mit Jesus eins zu sein, macht die ganze Sache so einfach. Immer wieder auf dieser Europareise habe ich gehört, dass die Leute zu mir sagten: "Herr Brown, Sie machen sich die Sache zu einfach." Ich will darauf eine Antwort geben: Nicht ich mache die Sache so einfach, sondern Jesus! Er hat das Ganze in sehr einfachen Worten gesagt. Ich will nichts anderes, als auf die Einfachheit hinzuweisen, in der Jesus uns die Wahrheit offenbart. Im Grunde ist es so einfach, dass es ein zehnjähriges Kind fassen kann. Und auch ein alter Mann, der keine grosse Ausbildung gehabt hat, kann im Gebet kraftvoll sein, kann die Herrlichkeit Gottes genau so erfahren wie einer, der studiert hat. Ein Freund, der seine farbige Köchin viel in der Bibel lesen sah, fragte sie einmal: " Martha, was tun Sie denn, wenn Sie an eine Stelle kommen, die Sie nicht verstehen?" Sie antwortete: "Dann sage ich nur Halleluja und lese weiter!"

Wer das Reich Gottes zuerst sucht, dessen Gebet wird auch erhört

Wer Klavierspielen lernen will, muss täglich üben, vielleicht zwei Stunden am Tag. Wenn jemand ein Konzertpianist werden will, muss er vielleicht vier, fünf oder sogar sechs Stunden am Tag üben. Wer auf der Universität studieren will, rechnet von vornherein damit, dass er viel Zeit braucht. Wer viel gearbeitet hat, kann damit rechnen, dass er das Examen mit grösserer Wahrscheinlichkeit bestehen wird als der, der wenig gearbeitet hat. Auch im geistlichen Leben kann man nicht weiterkommen, wenn man nur damit herumspielt. Es muss zu einem echten, herzlichen, erstrangigen Verlangen werden, das Reich Gottes zu suchen. Wer das Reich Gottes zuerst sucht, dessen Gebet wird auch erhört. Es geht darum, Jesus an die erste Stelle zu setzen! Wir müssen in allen Dingen seinen Willen unserem überordnen. Wenn wir das allerdings tun, um irgendeinen Wunsch erfüllt zu bekommen, also um irgend etwas aus Jesus herauszuholen, dann setzten wir doch das Ich an die erste Stelle. Aber wenn wir Jesus Christus an die erste Stelle setzen ohne Rücksicht darauf, was dabei für uns herauskommt, dann werden die Segnungen so herabströmen, dass wir nicht genug Platz für sie haben.

Wir müssen Jesus an die erste Stelle setzen

 

 

Die  7. Grundlage: Gehorsam

Es gibt nichts, was im Augenblick für ein Volk oder auch für die ganze Welt wichtiger wäre, als Gott gehorsam zu sein. Die Erde steht in der Gefahr, in den nächsten Jahren in Stücke gerissen zu werden. Niemals in der Weltgeschichte ist die Erde in einer solchen Gefahr gewesen. Ich persönlich glaube allerdings nicht daran, dass die Erde explodieren wird. Ich habe Glauben an Gott und ebenso Glauben an die christliche Gemeinde. Aber gerade deswegen sage ich, dass die einzige Hoffnung, vor dieser Katastrophe bewahrt zu bleiben, drin liegt, dass die christliche Kirche - und zwar der Teil der Kirche, der wirklich mit Jesus lebt - bereit ist, völlig den Weg mit Gott zu gehen. Ich habe allerdings den Eindruck, als ob diese Kirche in den verschiedenen Ländern und Orten über ihren eigentlichen Aufgaben eingeschlafen ist. Auch heute geht es nicht in erster Linie um internationale Probleme oder Fragen der Gesellschaftsordnung. Natürlich sind diese Dinge sehr wichtig, aber sie liegen auf der Ebene des Intellekts und der menschlichen Planung.

Gott arbeitet auf einer anderen Ebene, und Jesus hat gesagt, wie die Welt gerettet werden kann. Es geht nur über den Glauben an Jesus Christus. Allerdings soll die Welt gerettet werden, denn es heisst nicht, dass Gott seinen Sohn gesandt hat, die Welt zu verdammen, sondern dass die Welt durch ihn gerettet würde. So ist die Bewahrung der Welt vor der Katastrophe eine geistliche Aufgabe. Jeder von uns müsste eigentlich ein "geistlicher Satellit" werden, und wir müssten eine ganze Menge solcher "Raketen" um die Erde schicken, damit diese Welt von der Macht Gottes überwältigt wird.

Als die ersten Jünger von Ort zu Ort zogen, gab es aufsehenerregende Ereignisse

Diese Änderung kann aber nicht allein durch Worte geschehen. Als die ersten Jünger von Ort zu Ort zogen, gab es aufsehenerregende Ereignisse. Als Paulus und Silas etwa nach Tessalonich kamen, wussten die Leute dort schon, was geschehen würde. Sie hatten das in den Städten ringsumher gehört. Denn in manchen Gegenden hatte sich die äussere Situation und die wirtschaftliche Lage durch die beiden Missionare geändert. Es gab bereits Leute, die einen Geschäftsverlust erlitten hatten. Und überall waren Leute, die Jesus Christus als ihren Herrn und ihren Gott angenommen hatten. Eine Stadt nach der anderen wurde regelrecht aufgewühlt und erschüttert durch die Predigt der ersten Jünger. So gab es schon einen Grund dafür, dass die Massen in Tessalonich aufgebracht waren und Paulus und seine Begleiter vors Tribunal schleppten. Die Anklage lautete folgendermassen: Die Menschen, die die ganze Welt aufgewiegelt haben, sind nun auch hier bei uns. Das also war die Anklage: Die Jünger Jesu stellten die Welt auf den Kopf. Das aber waren die Worte der Feinde der Christen, denn die Jünger Jesu hätten das bestimmt nicht so ausgedrückt. Paulus und Silas hatten die Welt nicht auf den Kopf gestellt, denn sie stand schon "Kopf". Sie wollten die Welt wieder in ihre schöpfungsmässige Lage bringen, sie wollten die Welt wieder aufrichten.

Gibt es unter tausend Christen einen einzigen, der wirklich glaubt, was Jesus gesagt hat?

Was war nun die besondere Qualität, die den ersten Christen zukam und die uns offensichtlich fehlt? Denn an der Macht Gottes kann es nicht liegen, sie ist heute noch genau so gross wie früher, und sein Wunsch, die Welt wieder aufzurichten, hat sich ebenfalls nicht geändert. So kann der Fehler also nicht bei Gott, auch nicht an der Welt, sondern nur bei der christlichen Kirche liegen! Die Christen sind die einzigen, die das Geheimnis kennen und den Ausweg wissen. Aber manchmal bezweifle ich, ob es unter tausend Christen einen einzigen gibt, der wirklich glaubt, was Jesus gesagt hat. Wenn sie wirklich glaubten, dann würden sie es nicht wagen, abends ins Bett zu gehen mit einem Groll oder einem Gefühl der Abneigung gegen irgend jemand. Denn Jesus sagt: "Wenn du deinem Bruder nicht vergibst, dann wird dir auch nicht vergeben werden." Das ist eigentlich ein furchtbarer Satz, und er müsste uns eigentlich aufregen. Denn wenn wir Feindschaft gegen irgend jemand im Herzen haben, dann können wir nicht erwarten, dass Gott unsere Gebete erhört. Wie soll denn Gott uns gebrauchen, um seine Herrlichkeit auf dieser Welt zu zeigen, wenn wir noch nicht einmal glauben und Jesus gehorchen? Jesus sagt: " Ich gebe euch ein neues Gebot, dass ihr euch untereinander liebhabt, wie ich euch liebhabe." Das ist das grosse Gebot, das Christus seiner Gemeinde aufgetragen hat, und die Gemeinden und Kirchen der Welt, soweit ich sie gesehen habe, zeigen so wenig davon. Auch in unseren Gemeinden können wir wenige Situationen finden, bei denen die Liebe der einzelnen untereinander ein ganz hervorstechendes Merkmal ist. Wir sind Menschen, die Christus als ihren Heiland kennen und angenommen haben. Wir haben die Gnade Gottes erfahren, und doch scheint die Wirkungskraft so gering zu sein. Es muss doch einen Grund dafür geben. Warum ist trotz des vielen Treibstoffs keine Kraft da?

Warum ist trotz des vielen Treibstoffs keine Kraft da?

Was kann das Geheimnis der ersten Jünger gewesen sein? Wir wollen zunächst einmal Paulus anschauen. Paulus wurde bekanntlich auf der Strasse nach Damaskus von Jesus gerufen. Bekehrung ist immer der erste Schritt zur Wiedergeburt, und Jesus hat gesagt, dass wir ohne Wiedergeburt das Reich Gottes nicht sehen können. Nach diesem Bekehrungserlebnis vor Damaskus ging Paulus in die Stille, drei Jahre lang. Wir wissen nicht viel davon, was in dieser Zeit geschah. Was tat er? Ich glaube, ich weiss, was er tat. Paulus war ein grosser Intellektueller. Er kannte das Gesetz, er kannte die Propheten. Er kannte die Theologie, er war in der geistigen Welt seiner Zeit zu Hause. Und jetzt hatte er auf einmal innerhalb einer Stunde ein Erlebnis mit Gott gehabt, das die ganze Vergangenheit über den Haufen warf. Ich glaube, dass er in diesen drei Jahren versucht hat, sein ganzes Leben in Einklang zu bringen mit diesem neuartigen Erlebnis. Er musste ja alles, was er je gelernt hatte, neu durchdenken. Sicher musste er eine ganze Menge davon in den Abfall werfen. Denn  von dieser Stunde vor Damaskus an war alles, was er erlebte, ein Erlebnis mit dem auferstandenen Christus. Also musste er sein ganzes Leben mit diesem Erlebnis in Einklang bringen, und es scheint so, als habe er dazu drei Jahre gebraucht. In diesen drei Jahren muss ihm das allerdings gelungen sein, denn wo er anschliessend hinkam, geschah etwas.

Überall folgten den Jüngern Zeichen und Wunder

Das war bei Paulus nicht anders als bei den anderen Aposteln. Denn überall, wohin die Jünger gingen, folgten ihnen Zeichen und Wunder. Kranke wurden gesund, Familien wurden heil, die Lasten des Lebens wurden leichter, und Probleme wurden gelöst. Schwache Männer wurden in kurzer Zeit mächtige Männer, und alles, was sie in ihrem Leben in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes brachten, wurde heil. Die Feinde hatten behauptet, sie stellten die Welt auf den Kopf; in Wirklichkeit aber haben sie die Welt auf die Beine gestellt, weil sie nämlich ihr eigenes Leben hergegeben hatten. Manche von uns wohnen in Häusern und leben in Familien, von denen man sagen könnte, dass sie auf den Kopf gestellt sind. Würdet ihr nicht alles tun, wenn ihr wüsstet, dass das dadurch wieder auf die Füsse gestellte werden könnte - auch in unserer Gemeinde, in eurer Firma, in eurer Schule? Jeder von uns weiss, was es bedeutet, wenn man seine Geldbörse umkrempelt oder seine Taschen umstülpt. Alles fällt heraus. Wir müssen uns selbst umkrempeln, dass wir all das loswerden, was innen ist und da nicht hingehört. Allerdings kann niemand von uns sagen, was das im einzelnen bedeutet. Wir müssen dabei auf den Heiligen Geist vertrauen. Der Heilige Geist wird uns das aber auf eine ganz erstaunliche Art und Weise deutlich machen. Wir werden erleben, dass der Heilige Geist uns Dinge zeigt, die noch zur Ungerechtigkeit gehören. Wir haben nichts weiter zu tun, als dazu ja zu sagen und uns mit Liebe und Freude erfüllen zu lassen.

Warum sündigen die Menschen? Weil sie es wollen

Das was ich jetzt sage, mag missverständlich sein. Ich möchte es aber trotzdem so eindeutig sagen, damit uns alle unsere falschen Ausflüchte vergehen. Warum sündigen die Menschen? Weil sie es wollen! Natürlich ist das nicht die einzige Antwort, denn es gibt viele Gründe, die man anführen könnte. Vieles lag davon in der Vergangenheit oder in der Veranlagung. In der Sünde werden die Grenzen unseres Menschseins und unsere Schwäche deutlich. Trotzdem bleibt bestehen, dass wir gerade deswegen Menschen sind, weil wir über einen freien Willen verfügen. Deswegen muss man es doch so sagen: Grundsätzlich geschieht Sünde weil wir es wollen.

Manchmal gebrauche ich das Bild der Waage. um das deutlich zu machen. Stelle dir einen Menschen vor, mit dem du Schwierigkeiten gehabt hast. Du weisst genau, dass du diesem Menschen vergeben sollst. So lege nun diesen Wunsch, dem Menschen zu vergeben, auf die eine Waagschale. Aber nun merkst du sofort, dass das Vergeben nicht nur aus Gedanken bestehen kann. Es wird dir klar, dass du eigentlich zu diesem Menschen hingehen und dich entschuldigen müsstest. Und diesen Gedanken hast du gar nicht gern. So liegt nun der Wunsch, zu vergeben, auf der einen Schale. Und der Wunsch, nicht zu vergeben, um dir diesen unangenehmen Weg zu ersparen, liegt auf der anderen Waagschale. Dann sagt dir eine Stimme: "Wenn du nicht vergibst, kann dir Gott auch nicht vergeben." Wenn du an diese Stimme denkst, ist der Wunsch, zu vergeben, stärker, du wirst hingehen, um mit diesem Menschen zu sprechen. Wenn aber der Wunsch, nicht zu vergeben, überwiegt, wirst du nicht hingehen. Letzten Endes kommt es auf dein inneres Verlangen, auf deinen Willen an!

In Matthäus 5, 6 heisst es. "Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden." Man kann das auch anders sagen: Ohne Hunger gibt es kein Sattwerden. Wer viel Hunger hat, wird viel bekommen, damit er trotzdem satt werden kann.

Das Gebet kann niemals den Gehorsam ersetzten

Christen sind manchmal merkwürdige Leute. Manche glauben wohl an Jesus, sind aber sehr wählerisch in den einzelnen Dingen, die sie wirklich glauben wollen. Das gilt ganz besonders für die Dinge, nach denen wir uns nach den Worten Jesu richten sollen. Aber das richtige Christenleben hat damit zu tun, dass wir unsere eigenen Gedanken völlig dahinten lassen und alles glauben, was er sagt, und ihm völlig gehorsam sind. Wir wissen, dass Jesus das fleischgewordene Wort ist, und das wird sich in unserem Leben nur auswirken, wenn wir nach dem fleischgewordenen Wort leben. So kann das Gebet niemals den Gehorsam ersetzten. Wenn der Satan merkt, dass wir beten, statt gehorsam zu sein, wird er uns immer wieder mit Erfolg versuchen. Wir haben Gottes Willen zu wissen und zu tun, dann geschehen herrliche Dinge. Durch den Gehorsam können wir dem Wort Füsse verleihen, durch die es weiterkommt. Das wird seine sichtbaren Auswirkungen haben, wie es auch bei den Jüngern Jesu gewesen ist.

Ich möchte von einem Mann erzählen, der es gewagt hat, ganzen Ernst mit Jesus zu machen. Es begann damit, dass er eine Morgenzeitung abbestellte, weil er diese Stunde gewinnen wollte, um in der Bibel zu lesen, darüber nachzudenken und zu beten. Das hat er zwölf Jahre lang durchgehalten. Der Mann war Professor an einem College und war jeden Morgen eine Stunde allein mit Gott, bevor er seine Vorlesungen hielt. Ohne diesen Mann wäre ich nie nach Deutschland gekommen, denn er brachte mich dazu, dass ich mich selbst ganz umkrempeln musste. Dieser Mann hat es zwölf Jahre so gehalten. Paulus hatte das schon in drei Jahren geschafft. Ich weiss nicht, wie lange es bei mir dauern wird. Ich habe das Gefühl, dass ich noch nicht soweit bin, vielleicht wird es mein Leben lang dauern. Wenn wir unser Herz vor Gott völlig ausschütten wollen, brauchen wir Zeit. Wir müssen sehr viel mit Gott allein sein, die Bibel lesen, beten und nachdenken. Deshalb ist dieser Mann, Glenn Clark, derjenige gewesen, bei dem sehr viele Menschen die eigentliche Vertiefung ihres geistlichen Lebens erfahren haben, mehr als bei irgendeinem anderen Menschen, den ich kenne. Er hat alleine aus seiner Erfahrung viele Bücher geschrieben, wie man es fertig bringt, sich für Gott zu öffnen. Er wurde wie der Schatten eines grossen Felsens in der heissen Wüste des Lebens. Ich kenne auch keinen Menschen, der eine solch bemerkenswerte Anzahl von Gebetserhörungen erlebt hätte, wie Glenn Clark. Es schien fast so, als ob jeder, der ihn anrührte, gesegnet wurde. Viele Menschen, viele Familien, ja ganze Gemeinden wurden durch seinen Dienst wieder aufgerichtet.

Das ist die grösste Kraft: Die Kraft Gottes in der Seele eines Menschen

Das ist die einzige Kraft, die imstande ist, mit der Atomkraft zu konkurrieren: Die Kraft Gottes in der Seele eines Menschen. Aber diese Kraft ist meistens eingeschlossen und gefangen genommen in dem negativen Bereich, der in uns ist. Diese Kraft Gottes in uns kann nur zu ihrer Wirkung befreit werden, wenn wir anfangen, dem Willen Gottes gehorsam zu sein. Sicher gibt es manches in  deinem Leben, was schwierig aussieht, und deine Resignation hat guten Grund. Versuche trotzdem mit aller Kraft, dich für Gott zu öffnen. Es wird nicht immer ganz leicht sein, sich selbst vor Gott völlig leer zu machen. Aber es hat eine gewaltige Wirkung.

Versuche mit aller Kraft, dich für Gott zu öffnen

 

 

Die  8. Grundlage: Liebe

Ein Schriftgelehrter fragte Jesus einmal, welches das grösste Gebot sei. Jesus antwortete ihm: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Dies ist das erste Gebot. Das zweite ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Matth. 22, 36-39) Daraus folgt, dass wir dieses wichtigste Gebot bereits übertreten haben, wenn es irgendeinen Menschen gibt, (kann auch Gemeinde, Land, Tier, irgendetwas sein! rw.) gegen den wir einen Groll hegen. Und da wir dieses Gebot übertreten, übertreten wir alle Gebote. Denn Jesus sagt in seinem nächsten Satz: "An diesen Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten." (Matth. 22, 40)

Der eine zentrale Satz aus dem ersten Johannesbrief könnte über allem stehen, was die Bibel über Liebe sagt: "Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm." Bei meinem ersten Besuch in England besuchte ich einen Mann, dessen Bücher ich gelesen hatte und die mir grossen Eindruck gemacht hatten. Als ich in seinem Studierzimmer vor ihm stand, fiel ich auf die Knie und sagte: "Legen Sie Ihre Hände auf meinen Kopf und segnen Sie mich." Das tat er, und als ich seinem Gebet zuhörte, merkte ich, dass ich Sätze, wie er sie aussprach, vorher noch niemals gehört hatte. Seine Worte lauteten etwa folgendermassen: "Wir danken dir, Vater, dass du ein Gott der Liebe bist, dass wir Liebe anbeten, dass Liebe unser Gott ist." Ich habe über dieses Wort lange nachgedacht. Wir wissen alle, dass Gott Liebe ist. Aber ist es wahr, dass Liebe Gott ist? Ich habe herausgefunden, dass es wahr ist! Ich meine damit allerdings nicht irgendeine geringe Art der Liebe. Ich meine nicht die menschliche Zuneigung, die Liebende gegeneinander empfinden, ich meine auch nicht die Art der Freundesliebe, die etwa Petrus für Jesus empfand, als Jesus ihn fragte: " Hast du mich lieb?" Ich denke an die Liebe, die Gott in seinem Herzen hatte, als er Jesus in die Welt sandte, um alle Sünden auf sich zu nehmen und am Kreuz zu sterben, damit wir frei werden konnten von allem, was der Art Gottes fremd ist. Wenn wir Jesus am Kreuz sehen, so sehen wir auch die Liebe selbst ans Kreuz genagelt. Denn Jesus war die Liebe im Fleisch, genauso, wie er uns berufen hat, fleischgewordene Liebe zu sein. Wenn wir also etwas in unser Herz hineinlassen, das mit dieser Liebe nichts zu tun hat, dann kann auch Jesus nicht in uns wohnen. Ich habe festgestellt, dass diese fleischgewordene Liebe Gottes die Kraft ist, die das Gebet wirksam macht. Wenn wir Gottes Liebe nicht im Herz haben, können wir nicht erwarten, dass unsere Gebete erhört werden.

Jesus hat uns berufen, fleischgewordene Liebe zu sein

Heutzutage sind alle unsere Räume mit elektrischem Licht ausgerüstet. Aber jeder weiss, dass man, wenn der Strom abgeschaltet ist, Tag und Nacht an den Schaltern knipsen kann, ohne dass man Licht bekommt. So ist es auch mit der Liebe. Liebe ist der heilige Strom, der durch das Herz und die Seele fliesst. Und wenn dieser heilig Strom, der direkt aus dem Herzen Gottes kommt, von uns abgeschaltet wird, können wir Tag und Nacht, Woche für Woche, Monat für Monat beten; die Gebete steigen dann nicht höher als bis an die Zimmerdecke. Der Grund dafür ist, dass Gott Liebe ist, wir müssen ihn und durch ihn die anderen liebhaben. Es gibt keinen anderen Weg, denn Gott ist Liebe, und alles was Gott tut, geschieht aus Liebe. Der grösste Beweis dieser seiner Liebe ist die menschlich Seele, deine Seele, die Seele deines Nächsten, geschaffen zu seinem eigenen Bild der endlosen Liebe! Von Liebe geschaffen, um Liebe zu sein, zu lieben und geliebt zu werden.

Sobald wir aus der Liebe herausfallen, geraten wir in Not. Denn der Mangel an Liebe ist der Grund allen Unglücks in der Welt. Es würde keine Not geben, wenn alle Menschen Gott und sich gegenseitig liebten. Jesus kam, um das zu ermöglichen. Es genügt nicht, Liebe zu haben; wir müssen Liebe sein! Wir haben den Unterschied sicher sofort herausgehört, er liegt in den beiden Zeitwörtern "haben" und "sein". Jesus hatte nicht die Liebe, er war Liebe. Jesus war die gestaltgewordene Liebe. Und wenn seien Liebe uns erfüllt, dann sind wir auch ein Teil dieser gestaltgewordener Liebe. In dem Masse, in dem wir dieser Liebe gestatten, uns zu füllen, in dem Masse werden wir auch selbst zur gestaltgewordenen Liebe. Du und ich sind geschaffen aus der Liebe Gottes und haben daher die Aufgabe, selbst zu lieben. In dem Augenblick, in dem wir aus der Liebe fallen, sind wir in Not.

Sobald wir aus der Liebe herausfallen, geraten wir in Not

So muss es also unser grosses Verlangen sein, so Liebe zu werden, wie Jesus Liebe war. Das können wir nicht auf der menschlichen Ebene, das kann nur Gott tun. Aber ehe er es kann, müssen wir es wollen. Und so klammern wir uns an ihn und hungern und dürsten nach ihm, nach seiner Liebe, damit wir lieben, wie Gott liebt. So sagt Jesus: "Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen gesättigt werden." Wir könnten ebenso sagen: " Selig sind, die hungern und dürsten nach der Liebe Gottes, denn sie sollen mit seiner Liebe erfüllt werden."  Das Erfülltwerden steht immer im Verhältnis zu unserem Hunger. Es ist doch eigentlich gar nicht schwer, Hunger zu haben, etwas mit ganzer Kraft zu wünschen. Wenn wir danach verlangen, so Liebe zu sein, wie Gott es ist, dann sollen wir das nach dem Willen Gottes in dem Masse, in dem wir danach hungern, auch werden. Jesus starb am Kreuz, damit wir die Gerechtigkeit Gottes werden können. So ist Liebe der grosse Faktor, der alle Dinge in Übereinstimmung bringen kann. Liebe ist in der Lage, das in jeder Familie, in jeder Gemeinde, in jeder Nation - also in der ganzen Welt fertigzubringen.

Manche Leute meinen, die Ehe sei ein Geschäft mit einer Verpflichtung 50:50. Wenn der eine mit seiner Liebe auf 45 geht, sinkt der andere auf 40. Geht der eine auf 35, dann geht der andere auf 30. Nach einer Weile ist die Liebe bankrott. Auf dieser Basis kann man eine Ehe nicht aufbauen. Es muss umgekehrt sein: wenn dein Partner auf 30 geht, so gehe du auf 70. Wenn du genug Liebe in deine Ehe hineinbringst, dann wirst du sie retten! Das gleiche gilt auch für die anderen Beziehungen der Menschen untereinander.

Liebe ist der grosse Faktor, der alle Dinge in Übereinstimmung bringen kann

So kann die Liebe alle Glieder einer Gemeinde in eine gute Verbindung miteinander bringen. Das wird immer dann geschehen, wenn genug Liebe vorhanden ist. Ich habe eine Gemeinde nach der anderen verwandelt gesehen, nachdem die Mitglieder es der Liebe erlaubten, in ihrem Herzen zu wohnen. Wie kann man aber jemand liebhaben, den man nicht liebt? Wenn Gottes vollkommene Liebe in unserem Herzen ist, können wir jeden liebhaben. Jesus sagt: "Wenn wir nur die lieben, die uns lieben, was hat das für einen Wert?" Das bedeutet doch folgendes: Der Wert der Liebe stellt sich erst richtig ein, wenn wir die lieben, die uns nicht liebhaben; die, die nicht unsere Meinung haben, die, die uns vielleicht umbringen wollen. Die vollkommene Liebe Gottes vermag selbst das. Du kannst Ärger auf einen Menschen durch dich strömen lassen, dann hat Gott keine Möglichkeit, etwas zu tun. Du tust zwar auch dem andern dadurch weh, aber am meisten schadest du dir selber. Wenn du aber die vollkommene Liebe Gottes durch dich strömen lässt, zum Segen für einen anderen, dann kann Gott etwas tun. In demselben Augenblick, wo du Gott in dir wirken lässt, tust du das Werk Gottes. Jesus hat uns gesagt, dass wir die Werke, die er getan hat, auch tun sollen - und noch grössere Dinge. Es ist also nicht vermessen, wenn wir einen grossen Hunger haben nach dem, was Jesus selbst getan hat, damit es auch in uns wirksam werden kann. Wenn Gottes Liebe dich durchströmt, dann ist Gott in Aktion.

Wenn Gottes Liebe dich durchströmt, dann ist Gott in Aktion

Ein junger Mann war vor einigen Jahren mit mir in einem Freizeitlager. Als er das, was ich eben auch gesagt habe, hörte, versuchte er es sofort nach seiner Heimkehr in die Tat umzusetzen. Schon nach wenigen Monaten machte er eine der grössten Erfahrungen, die ein junger Mann machen kann. Er war inzwischen Bewährungshelfer bei einem Jugendgericht geworden, und nach einiger Zeit wurden ihm fünfzig Jungen, die mit der Polizei in Konflikt gekommen waren, anvertraut. Als ich ihn wieder einmal sah, fragte ich ihn, mit wie vielen von ihnen es wieder gut geworden sei. "O", sagte er, "ich denke mit allen." "Und", fragte ich, "wie hast du das gemacht?" "Das einzige, was ich tat", sagte er, "war, dass ich sie so liebhatte, wie ich es gelernt habe. Ich liess Gott durch mich wirken." Danach erzählte er mir eine Geschichte nach der anderen von den Jungen, die völlig verwandelte Menschen geworden waren.

Wie liebt man die Menschen, mit denen man nur schwer auskommen kann?

Ein Experiment mit der Liebe

Die Bibel sagt uns: "Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm." Vielen von uns mag dieses Wort und andere Worte der Bibel über die Liebe unwirklich vorkommen. Ich kenne die Probleme, vor denen ihr steht. Da gibt es Menschen, über die ihr euch immer wieder ärgert, Menschen, mit denen man nur schwer auskommen kann. Wie soll man sie liebhaben? Ich hatte in meiner Gemeinde einen Mann, der mir dauernd Schwierigkeiten machte. Immer war er negativ und hatte etwas zu kritisieren. Ich beschloss, ihn liebzuhaben. Ich nahm ein Stück Papier und schrieb alles auf, was ich tun wollte, um ihn zu lieben. Ich entschloss mich, dreimal täglich für ihn zu beten. Immer dann, wenn er plötzlich in meinen Gedanken auftauchte, wollte ich ein Gebet der Liebe und des Segnens für ihn beten, selbst wenn es hundert mal am Tag sein sollte. Wenn ich an etwas dachte, was mir an ihm nicht gefiel, wollte ich umschalten und an etwas Gutes von ihm denken. Allerdings fand ich zunächst überhaupt nichts, was an ihm gut war. Ich musste lange nachdenken, bis mir etwas einfiel. Das schrieb ich dann auch gleich auf, damit ich immer nachsehen konnte. Ich fragte mich: Wie lange soll dieser Versuch dauern? Ich entschloss mich für 4 Wochen. Es war gerade Jahreswechsel, und so versuchte ich, vom 1. Januar an damit zu beginnen, ihn zu lieben. Jedes Mal, wenn ich an ihn dachte, liess ich Gottes Liebe durch mich zu ihm hinströmen. Ich tat das so ernstlich und treu wie niemals zuvor etwas in meinem Leben. Diesen Mann zu lieben, hatte den Vorrang vor allen anderen Dingen, wie predigen, Trauungen und Beerdigungen halten, usw. Und am Ende dieses Monats war dieser Mann ein verwandelter Mensch. Ich will gar nichts davon sagen, was mit mir dabei geschehen ist, denn bei mir hatte sich vielleicht noch mehr verwandelt, sondern nur, was mit diesem Mann geschah. Am letzten Sonntag im Dezember, also bevor ich anfing ihn zu lieben, hatten wir eine grosse Versammlung. Nach dem Gottesdienst sagte ich zu ihm: "War das nicht schön, dass so viele Menschen in den Gottesdienst gekommen sind?" Er aber antwortete: Sicher, aber denk doch an die zweihundert, die nicht gekommen sind!" Er war eben ein unverbesserlicher Pessimist. Am ersten Sonntag im Februar , nachdem ich "aufgehört" hatte, ihn zu lieben, stürmte es zur Gottesdienstzeit und hielt die meisten Menschen ab, zu kommen. Als ich ihn nach dem Gottesdienst sah, hatte ich mein Experiment ganz vergessen und sagte zu ihm: "Wie schade, dass es gerade zur Gottesdienstzeit so regnen musste und so wenige kamen." Aber seine Augen leuchteten auf, als er sagte: "Ja, aber denk doch an alle die, die trotzdem gekommen sind." Und nach sechs Wochen sagten die Leute zu mir. "Was ist nur mit diesem Bruder los? Er hat mich heute sogar richtig angelächelt." Seitdem habe ich oft versucht, eine Zeitlang einen Menschen ganz konzentriert zu lieben. Ich kenne auch viele andere, die das getan haben. Und immer haben sie erlebt, das Gott etwas veränderte. Denn Gott ist gut.

Die Liebe ist der Grundfaktor für ein wirksames Gebet

Die Liebe ist der Grundfaktor für ein wirksames Gebet. Wer von Gott gebraucht werden will, muss anfangen zu lieben. Wenn deine Gebete erhört werden sollen, musst du lieben, denn die Liebe Gottes in deinem Herzen ist Gott!

 

 

Die  9. Grundlage: Einmütigkeit

"Wenn zwei von euch auf Erden darin übereinstimmen werden, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen zuteil werden von meinem Vater in den Himmeln. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Matth. 18, 19 + 20)

Dieses Wort Jesu zeigt uns ein weiteres Gesetz des wirksamen Gebets. Genauso, wie es Dinge gibt, die nur erlangt werden, wenn wir für uns allein beten, gibt es auch Dinge, die wir erst dann erreichen, wenn wir mit anderen beten. Das wissen verhältnismässig viele Christen nicht. Überall in der Welt habe ich solche Menschen gefunden, die nicht erkennen, was geschehen kann, wenn man mit mehreren Menschen zusammen betet. Vielleicht haben kaum 10 Prozent aller Christen ihre Stimme schon einmal laut im Gebet gehört, ausser wenn sie gemeinsam das Vaterunser gebetet haben. Das ist eine traurige Aussage über die christliche Kirche, denn jeder Christ muss immer wieder mit anderen Christen beten.

Wenn das nicht war wäre, hätte Jesus das nicht zu einem Hauptgrundsatz für das Gebet gemacht. Ich habe häufig erlebt, dass diese Verheissung Jesu erfüllt wurde. Deshalb weiss ich, dass es ein Gesetz gibt, das so wahr ist wie irgendein Lehrsatz der Geometrie.

Für die Kraft des Gebetes zu zweit oder zu dritt möchte ich ein für mich hervorstechendes Beispiel erzählen. Eines Tages kam ein kleines Mädchen aus der Schule und sagte: "Mutti, das Töchterchen unseres Lehrers ist an Kinderlähmung erkrankt und liegt im Sterben." Nach dem Essen ging das Kind wieder in die Schule. Was würdest du tun, wenn dein Kind aus der Schule käme und so etwas berichtete? Ich weiss, was die Mehrzahl der Frauen tun würde. Sie würden mit den Schultern zucken und sagen: " Ist das nicht traurig? Wie schade, sie ist so ein süsses kleines Mädchen. Wie schade, dass man da nichts tun kann!" Wir müssen uns klar machen, was das bedeutet. Nach zweitausend Jahren Christentum gibt es immer noch so viele Leute, die sagen: "Wie schade, dass man nichts dagegen tun kann." Diese Worte finden wir im Wortschatz Jesu nicht. Denn er konnte den Menschen helfen. Er sah die Kranken und Armen, aber wir hören nie, dass er sagt: " Ist das nicht schade? Wie traurig!" Jesus antwortete auf ihre Not und begegnete ihr. Und so hat er uns ebenfalls gerufen, Gesandte zu sein, die in seinem Namen hinausgehen und sein Werk tun. Aber wir können es nicht tun, wenn wir es nicht glauben. Wir müssen Jesus glauben und ihm liebend gehorsam sein. Dann werden herrliche Dinge geschehen.

Jesus resignierte nicht, wenn Menschen in Not waren

Die Mutter des Mädchens, von dem ich eben berichtet habe, sagte nicht: "Das ist aber schade." Denn sie gehörte zu einem Gebetskreis, wie viele Menschen in vielen Teilen der Welt. So hatte sie bereits viele Gebetserhörungen erlebt. Als ihre Tochter wieder in die Schule zurückgekehrt war, ging sie ans Telefon und rief drei ihrer Freundinnen an. Sie sagte: "Kommt heute Abend um 10 Uhr mit euren Männern zu mir. Wir müssen für das kranke Mädchen des Lehrers unserer Tochter beten, das im Sterben liegt." Um 10 Uhr waren vier Ehepaare zusammen. Gebetskreise, die aus Frauen bestehen, sind schön; solche die aus Männern bestehen, sind erstaunlich; aber Gebetskreise die aus Ehepaaren bestehen, sind viel mächtiger als alle andern, die ich kenne. Eine andere Beobachtung, die ich immer wieder gemacht habe, möchte ich ebenfalls mitteilen. Zehn Uhr am Abend ist eine günstige Zeit für das Gebet in besonderen Notfällen. Das ganze Tagesprogramm ist vorbei, und jeder kann, wenn er will, um zehn oder elf Uhr abends zu einem Gebetskreis kommen. Sicher würde jeder von euch, so wie ich euch einschätze, bereit sein, um 10 Uhr abends irgendwo hinzufahren, um in einem Gebetskreis für ein kleines Mädchen zu beten, das im Sterben liegt - wenn ihr glaubt, dass es wirklich hilft. Aber die Tatsache bleibt bestehen, dass wir es in Wirklichkeit kaum tun, weil wir nicht glauben, dass es hilft.

Zehn Uhr am Abend ist eine günstige Zeit für das Gebet in besonderen Notfällen

Diese vier Ehepaare setzten sich aber nicht gleich zum Gebet zusammen. Denn zuerst ging ihre Gastgeberin in die Küche und kochte Kaffee; die anderen Frauen bereiteten Butterbrote. Dann setzten sie sich zusammen. Es war eigentlich eine nette, kleine Gesellschaft. Sie bestand aus Leuten, die sich gegenseitig gut kannten. Sie hatten sich lange nicht gesehen, waren aber von der Gastgeberin sorgfältig ausgesucht worden. Jeder von ihnen glaubte fest an das, was Jesus sagte. Sie glaubten auch an das Gebet, obwohl sie in dieser Weise noch nie zusammengewesen waren, denn sie gehörten alle zu verschiedenen Gebetskreisen. Ich erwähne die Sache mit dem Kaffee und den Butterbroten aus einem ganz besonderem Grund: Freude ist einer der grössten Faktoren für das wirksame Gebet. Wenn du immer mit einem "Nord-Süd-Gesicht" betest, erwartest du offenbar auch nicht, dass dein Gebet erhört wird. Wer erwartet, dass sein Gebet erhört wird, ist ein glücklicher Mensch. So habe ich immer wieder festgestellt: Je mehr geistliche Freude jemand in sich hat, wenn er betet, desto mehr Kraft hat sein Gebet.

Je mehr geistliche Freude jemand in sich hat, wenn er betet, desto mehr Kraft hat sein Gebet

Etwas anderes halte ich noch für erwähnenswert. Die Gastgeberin hatte auch noch einen Menschen zu diesem Gebetskreis eingeladen. Es war die Mutter des kleinen Mädchens. Das halte ich für sehr entscheidend, denn Liebe ist ein ganz bedeutender Faktor, wenn wir beten. Niemand konnte das Mädchen lieber haben als seine eigene Mutter. Sie brachte die Liebe mit in diesen Gebetskreis. So hatten sie Glauben, Freude und Liebe. Ich weiss nicht, wie lange sie gebetet haben. Ich habe immer wieder festgestellt, dass ein Stossgebet genau so machtvoll sein kann wie ein Gebet, das eine halbe Stunde dauert. Das bettelnde Klammern an einen Gebetsgegenstand hat keine grössere Kraft. So fingen diese vier Ehepaare an, für das kleine kranke Mädchen zu beten. Sie war fünf Jahre alt und lag seit einer Woche besinnungslos im Sauerstoffzelt. Es gab nichts mehr, was die Medizin noch tun konnte. Es gab also keine menschliche Hoffnung. Aber dieser Kreis fing an zu beten, im Glauben, mit Liebe und Freude. Vielleicht beteten sie eine Viertelstunde, vielleicht eine halbe Stunde, ich weiss es nicht. Aber sie gingen glücklich und mit grosser Freude in ihre Häuser zurück. Sie hatten Frieden im Herzen.

Manchmal fragten mich Menschen: "Wie lange sollen wir für eine bestimmte Sache beten?" Darauf kann man natürlich keine allgemeingültige Antwort geben. Ich antworte immer: Bete so lange, bis Frieden in dein Herz kommt oder ein überströmendes Gefühl des Friedens deine Seele erfüllt. Denn diese Dinge sind Beweise der Gegenwart des Heiligen Geistes und Zeichen, dass das Gebet von Gott erhört worden ist. Vielleicht tut Gott nicht das, was du gerade erwartest, aber er nimmt sich in seiner Art nun der Sache an.

Hunderte von Menschen in diesem Ort wussten, dass ein Wunder geschehen war

Kurz nach Mitternacht begann das kranke Kind sich zu bewegen. Zuerst bewegte es einen Fuss, dann eine Hand, dann ein ganzes Bein und einen ganzen Arm! Die Schwestern kamen angelaufen und flüsterten: "Sie kommt zum Bewusstsein!" Mitten in der Nacht sass die Kleine im Bett und als die Schwester sie anlächelte, fragte sie, ob sie nicht eine Flasche Coca Cola bekommen könnte. Man gab dem Kind Milch. Die Kleine hielt das Glas mit ihren Händen und trank, gab das leere Glas zurück und sagte: "Und jetzt wird es mir wieder gut gehen." Als morgens der Arzt kam, stand das Kind im Bett. Da nahm er das Sauerstoffzelt fort und schickte das Kind nach zwei Tagen heim, völlig geheilt. Alle Ärzte und Schwestern dieses Krankenhauses und Hunderte von Menschen in diesem Ort wussten, dass ein Wunder geschehen war, weil eine kleine Gruppe sich genug Gedanken gemacht hatte und für dieses kranke Mädchen betete.

In der Gegenwart Jesu liegt das Geheimnis der Gebetsgemeinschaft

Um das Gesetz der Einmütigkeit richtig verstehen zu können, müssen wir noch ein wenig genauer betrachten, was Jesus dazu gesagt hat. Er sagte: "Wenn zwei von euch auf Erden darin übereinstimmen werden, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen zuteil werden von meinem Vater in dem Himmel." Das ist ein sehr grosses, umfassendes Versprechen. Aber Jesus sagt nicht: "Das Gebet wird dann erhört werden, wenn zwei von euch auf Erden eins werden. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Im Griechischen steht ein Wort, das in unserem Begriff "Symphonie" wiederkehrt. Genau das ist auch gemeint: Wo zwei Menschen in harmonischer Beziehung zueinander stehen, können sie zusammen beten und werden erhört werden. Im nächsten Satz erklärt Jesus dieses Gesetz noch etwas deutlicher. Da sagte er: "Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Wo wir in seinem Namen in Einmütigkeit versammelt sind, da ist er in der Mitte. In der Gegenwart Jesu liegt das Geheimnis der Gebetsgemeinschaft. Hier liegt auch das Geheimnis jeder geistlichen Gemeinschaft, das Geheimnis der Kraft Jesu in einer Ortsgemeinde, in einem Vorstand oder in irgendeinem Arbeitszweig. Hier liegt auch das Geheimnis für eine glückliche Familie. Denn nur die Liebe Gottes im Herzen jedes einzelnen kann eine echte Harmonie herstellen. Wenn ein Mann Gott von ganzer Seele liebt, und wenn seine Frau Gott von ganzer Seele liebt, dann sind sie jeder in Verbindung mit Jesus, und dann sind sie auch vollkommen einmütig miteinander. Das gilt für jede Art von Gemeinschaft. Denn Liebe ist der einzige wirkliche Faktor, der imstande ist, in den Beziehungen zwischen Menschen Übereinstimmung herzustellen.

Beginne einen Menschen zu suchen, mit dem du beten kannst

Wenn du das annimmst, was du eben gehört hast, wirst du wohl beginnen, einen Menschen zu suchen, mit dem du beten kannst. Denn du schleppst vielleicht schon seit Jahren Lasten mit dir herum, über denen du allein gebetet hast, bei denen du aber keine Erhörung gefunden hast. Mit wem willst du beten? Du denkst vielleicht an deinen Prediger, aber im gleichen Augenblick fällt dir ein, dass du ihn in der letzten Zeit oft kritisiert hast und dass seine Predigen dir nichts sagen. Dann hat es auch keinen Zweck, mit ihm als ersten Menschen zusammen zu beten. Denn du kannst mit ihm nicht einmütig sein, weil du ihn kritisierst. Du denkst vielleicht an Leute, die selbst sehr oft laut in den Versammlungen beten. Aber vielleicht hast du zu ihnen überhaupt keine persönlichen Beziehung. Dein Gebetspartner muss nicht unbedingt eine bekannte Persönlichkeit in deiner Gemeinde sein. Vielleicht gibt es einen stillen Menschen, der bisher noch nie in der Gemeinde aufgefallen ist, zu dem du aber Vertrauen empfindest. Dann geh zu ihm und bete mit ihm. Wenn du niemanden weisst, mit dem du beten kannst, fang an, intensiv Gott zu bitten, dass er dir einen Gebetspartner zeigt. Denn jeder Christ sollte mindestens einen Gebetspartner haben oder zu einem kleinen Gebetskreis gehören. In ganz Amerika schiessen Gebetskreise empor wie Pilze aus dem Boden, und viele Menschen können oft die nächste Zusammenkunft kaum erwarten, um zu hören, was Gott getan hat, welche Gebete er erhört hat, oder wie die Gebete erhört worden sind. Es ist fast eine Rückkehr zu den Zeiten des Neuen Testamentes. In einer Stadt sind in kurzer Zeit allein 600 Gebetskreise entstanden; die ganze Stadt ist regelrecht gebetsbewusst geworden.

In meiner Gemeinde in Chicago hatten wir jede Woche eine Gebetsversammlung, an der meistens fünfzig bis sechzig Menschen teilnahmen. Aber wenn ich ein besonderes Anliegen hatte, suchte ich drei oder vier Christen, mit denen ich dann nach der Versammlung zusammenkam. Ich suchte mir solche, die in vollkommener Harmonie miteinander und mit mir standen. Dann beteten wir als kleiner Kreis für die grosse Not. In dieser kleinen Gruppe war immer mehr Kraft als in dem grossen Gebetskreis. Warum? In dem grossen Kreis sassen oft Leute, die sich gegenseitig kritisieren, die sich nicht ausstehen konnten, die verletzte Gefühle hatten, die auf andere eifersüchtig waren oder die anderen immer ihren Willen aufzwingen wollten. Jeder einzelne von ihnen hielt die Macht des Heiligen Geistes fern. Daher kommt es auch, dass eine Durchschnittsgemeinde fast keine Vollmacht mehr in sich trägt. Denn die Kraft einer Ortsgemeinde liegt in der Liebe Gottes, und wenn die Mitglieder der Gemeinde diese Bedingung nicht erfüllen, gibt es keine Kraft in der Gemeinde. Wir müssen uns gegenseitig lieben, weil wir Gott lieben.

Warum mussten die Jünger zehn Tage lang auf den Heiligen Geist warten?

Warum kam eigentlich der Heilige Geist nicht schon am fünften oder achten Tag nach der Himmelfahrt Jesu? Warum mussten die Jünger zehn Tage lang auf den Heiligen Geist warten? Wir wissen das nicht genau, aber wir können es uns im Lichte dieses Gesetzes Jesu vorstellen. Vielleicht waren einige noch kritisch und ungeduldig, vielleicht waren einige noch voller Eifersucht. Aber ich glaube von ganzem Herzen, dass am zehnten Tage, als die Stunde des Kommens des Heiligen Geistes da war, alle in völliger Einheit und Einmütigkeit beieinander waren, ein Herz und eine Seele. Wir brauchen nur diese Gesetz zu erfüllen, und der Heilige Geist kommt!

Der Heilige Geist kam, als alle in völliger Einmütigkeit beieinander waren

Wir als Christen haben seit Jahren gebetet, dass wir wieder die Kraft bekommen, christliche Gemeinden zu werden. Wir haben für den Weltfrieden gebetet, für den Frieden unter den Völkern, und wir glaubten, wir warteten auf Gott und auf sein Handeln. Aber es ist nicht so - Gott hat immer auf uns gewartet! Ihr Christen, kehrt zu eurer Bibel zurück, lest, was Jesus sagt, glaubt ihm jedes Wort und seid ihm liebend gehorsam, und eure Gemeinde wird ein Stück Himmel auf Erden sein! Eure Stadt kann eine Stadt Gottes werden! Darum gehe in dein Kämmerlein, schliesse die Tür zu und verbringe mehr Zeit im Gebet als jemals zuvor in deinem Leben. Suche dir einen anderen Christen, der mit dir betet, der dich so braucht wie du ihn. Jesus sagt: "Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." Der lebendigste Weg, die Last eines andern zu tragen, ist es, mit ihm zu beten.

 

 

Die 10. Grundlage: Bleiben in Jesus

Wir sprechen oft von göttlicher Führung. Etwas ganz Entscheidendes hat Jesus darüber in Johannes 8, 31 gesagt: "Wenn ihr in meinem Worte bleibt, seid ihr in Wahrheit meine Jünger." Dieses Wort ist an Menschen gerichtet, die im Glauben stehen. Denn wer nicht glaubt, wird auch nicht vom Heiligen Geist geführt. Wer aber glaubt und gehorsam ist, wird vom Heiligen Geist geführt. In diesem Wort gibt uns Jesus den Schlüssel für die göttliche Führung. Denn Jüngersein bedeutet, in der Führung zu leben. Deshalb steht am Ende dieses Wortes auch eine grosse, allumfassende Verheissung: "...und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."

Wie die anderen grossen Verheissungen ist auch diese auf eine Bedingung aufgebaut: Wenn ihr in meinem Worte bleibt. Das heisst anders ausgedrückt, wenn ihr tut, was ich euch sage, wenn ihr meinen Anordnungen folgt, wenn ihr gehorsam seid. Das bezieht sich nicht auf einige der Worte Jesu oder auf einige seiner Lehren. Jesus ist hier sehr deutlich und genau: Wenn ihr in meinen Worten bleibt, wenn ihr den ganzen Weg mit mir geht, dann seid ihr wirklich meine Jünger. Das Wort Jünger hat im Griechischen etwas mit unserem Wort Disziplin zu tun. So ist nur der ein Jünger, der in der Disziplin Jesu steht. Wer sich in den Wegen Jesu übt, wer sich übt, Jesus gehorsam zu sein, wer sich dazu zwingt, ihm gehorsam zu sein, der ist ein Jünger. Für ihn gilt die Verheissung: Wenn ihr das tut, werdet ihr die Wahrheit wissen, werdet ihr in der Führung leben.

Wenn du gehorsam bist, wird dir offenbar werden, was du tun musst

Wenn du gehorsam bist, wird dir offenbar werden, was du tun musst. Diese Offenbarung, diese göttliche Führung wird dich frei machen, und dann wirst du der froheste Mensch sein, den es gibt! Das ist der Schlüssel der Führung. Wenn sie dich vor die Obrigkeit bringen, brauchst du dich nicht zu fürchten; zur rechten Stunde wird dir gegeben werden, was du sagen sollst. Nur eines ist nötig: Suche zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, alles andere wird dir dazugegeben werden. Alle Wahrheit wird dir offenbar werden zu der Zeit, wo du sie brauchst. Du wirst die Kraft des Himmels und der Erde zur Verfügung haben, wenn es nötig ist. Das ist im Grunde nicht schwer, und ganz eng verbunden mit der anderen Wahrheit, die wir in Johannes 15,7 lesen: "Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so bittet, um was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden." Kann man sich eine grössere Verheissung als diese vorstellen? Bittet, was ihr wollt, und es soll geschehen!

Aber auch hier haben wir wieder eine Verheissung, die sich auf zwei Bedingungen aufbaut. Die erste Bedingung lautet: "Wenn ihr in mir bleibt", die zweite heisst: "Wenn meine Worte in euch bleiben." Wir wollen uns diese beiden Bedingungen genauer anschauen. In beiden Fällen genügt nicht nur ein theologisches Wissen. Es muss zu einer lebendigen Erfahrung kommen. Darum gab Jesus ein Bild, ein vollkommenes Bild. Es ist das Bild vom Weinstock und der Rebe. Die Verbindung zwischen dem Jünger und Jesus ist der Verbindung gleich, die wir zwischen Rebe und Weinstock finden. Wie bleibt nun die Rebe am Weinstock?

Sie ist nicht am Weinstock festgebunden, sondern sie wächst aus dem Stock heraus. Sie ist ein Teil davon, und wenn man sie abschneidet, hat man nichts mehr in der Hand, was noch einen Wert besitzen würde. Aber solange die Rebe am Weinstock bleibt, solange fliesst das Leben, und dann wachsen die Blätter, die Blüten und schliesslich die Frucht. Wenn der Zweig abgeschnitten ist, entstehen nicht einmal die Blätter. Darum sagte Jesus: "Ohne mich könnt ihr nichts tun."

Was kann man tun um in der Frucht zu bleiben?

Ihr könnt viel für Gott tun, ihr könnt euch sogar für ihn abrackern, aber wenn ihr immer noch auf der Ebene dieser Welt lebt, seid ihr nicht im Reich Gottes. Vielleicht ist dann auch Frucht zu finden, aber keine Frucht des Heiligen Geistes, denn diese Frucht entsteht nur dann, wenn wir den Willen Gottes tun. Was kann man tun, um in der Frucht zu bleiben?

Ich möchte eine Gegenfrage stellen: Wieviel Stunden von den sechzehn Stunden am Tag, in denen du wach bist, bist du in Jesus? Ich meine das jetzt nicht im theologischen Sinne, sondern im Sinne der Erfahrung. Sind es hundert Prozent, fünfzig Prozent, zehn Prozent oder nur ein Prozent in dieser Zeit? Oder sprichst du nur ein Tischgebet und betest vielleicht noch vor dem Zubettgehen? Das nennst du in Jesus bleiben? Bevor du diese Verheissung als unwahr aus dem Fenster wirfst, prüfe sie doch einmal richtig nach. Denn sie baut auf der Bedingung auf, in Jesus zu sein. Nur wenn du viel Zeit mit ihm verbringst, werden deine Gebete erhört werden. Das sagt Jesus selbst.

Es ist leichter ein Christ zu sein, als irgend etwas anders in dieser Welt

Wir haben bisher nur von der einen Hälfte der Bedingungen gesprochen. Die andere lautet: "Wenn meine Worte in euch bleiben". Die Worte Jesu im neuen Testament haben einen Umfang von 1600 Versen. Ich weiss nicht, wer die Prüfungen bestehen würde, wenn wir unser Wissen von den Worten Jesu prüfen würden. Ich würde es nicht wagen, zu einem Arzt zu gehen, um mir Medizin verschreiben zu lassen, wenn ich nicht wüsste, dass dieser Arzt eine staatliche Prüfung abgelegt hat. Alle wissen, wieviel ein Arzt studieren muss, bis er eine Praxis übernehmen kann. Er muss Jahre auf der Universität verbringen, er muss tausende Bücher lesen. In dem Augenblick, in dem er die Genehmigung einer Praxis bekommt, kann er wirklich etwas. Darum sage ich, es ist viel leichter, ein Christ zu sein als irgend etwas anderes in der Welt. Denn ihr braucht nicht mehr als einen Nachmittag, um alle Worte, die Jesus gesagt hat, zu lesen.

Die Worte Jesu müssen zu unserem Selbst werden

Was hat Albert Einstein zu einem solch grossen Forscher gemacht? Zwei Dinge: Er kannte die Gesetze der Mathematik und Astronomie, und er richtete sich nach ihnen. Was macht eine Frau zu einer guten Köchin? Sie kennt die Gesetzmässigkeiten des Kochens und richtet sich danach. Was macht einen Menschen zu einem Mann, zu einer Frau Gottes? Seine Erkenntnis dessen, was Jesus gesagt hat. So sagt Jesus: "Wenn meine Worte in euch bleiben..." Der Ausdruck "bleiben" macht natürlich deutlich, dass damit nicht nur ein intellektuelles Wissen oder auch Verstehen gemeint ist. Die Worte Jesu müssen zu unserem Selbst werden. Damit sie in uns bleiben, müssen wir sie aber zunächst kennen, und um sie zu kennen, müssen wir sie lesen, immer und immer wieder. Darum ist es notwendig immer wieder die Bibel zu lesen. Dann werden wir anfangen, im Wort Jesu zu leben, bis es ein Teil von uns wird.

 

 

Die 11. Grundlage: Geistliches Wachstum

Wir wissen alle, dass es leicht ist, aus der Ebene des Reiches Gottes herauszufallen. Es ist aber auch genauso leicht, auf die Ebene das Reiches Gottes zurückzukommen. Sagt uns jemand ein unangenehmes Wort, so reagieren wir gleich gereizt oder empfindlich. Aber das braucht in unserem Herzen nicht zu bleiben, denn wir können um Vergebung bitten und so schnell wieder auf die Ebene Gottes zurückkommen. Wie lange braucht Gott, um die Sünde zu vergeben? Er braucht keine Zeit, denn er vergibt augenblicklich. Wenn wir in unserem Herzen Sünde finden, können wir uns bussfertig umkehren und Vergebung erlangen. Das braucht nicht nur einmal am Tage zu geschehen, das kann fünfmal der hundertmal geschehen. Wir brauchen dabei nicht einmal unbedingt unsere Arbeit unterbrechen, wir brauchen auch keine Gebetshaltung einzunehmen und die Augen zu schliessen. Wir können in Gedanken beten: "Das hätte ich nicht sagen sollen, Herr, vergib mir!" Und dann sind wir wieder dort, wo wir hingehören, auf der Ebene des Reiches Gottes.

Wir müssen feststellen können, dass unsere Liebe zu Jesus gewachsen ist

Vor zwei Jahren war ich in Deutschland, und schon damals hatte ich den Herrn sehr lieb. Aber heute habe ich Jesus lieber als vor zwei Jahren! Hast Du den Herrn lieber als in vergangenen Jahr? Wenn Du ihn nicht lieber hast, dann liegt es wahrscheinlich daran, dass Du noch nicht genug um Vergebung gebeten hast. Jesus hat einmal gefragt: "Wer liebt am meisten?" Er gab auch selbst die Antwort: "Das ist der, der am meisten Vergebung empfangen hat." Wenn Ärger, Stolz oder böse Lust in unserem Herzen vorhanden sind, dann ist das ein praktischer Beweis, dass unser altes Ich immer noch da ist. Wenn unsere Gefühle verletzt werden, ist das ein Zeichen, dass immer noch Stolz vorhanden ist. Wenn Stolz vorhanden ist, finden wir auch Furcht. Alle diese Dinge gehören zu unserem alten Ich; Paulus nennt es den "alten Adam". Der muss gekreuzigt werden. Eigentlich haben wir das ein für allemal bei unserer Bekehrung getan. Aber einmal genügt nicht, weil wir uns immer wieder Christus neu übergeben müssen, denn wir fallen immer wieder aus der Verbindung mit ihm heraus.

Ein Mann fragte mich einmal: "Wann hast du dich das letzte Mal Christus übergeben?" Ich wusste, warum er das fragte. Denn ihn beschäftigte die Frage nach seinem eigenen geistigen Wachstum. Ich erwiderte ihm: "Das kann ich dir genau sagen, es war vor einer Stunde." Er schaute mich ganz entsetzt an. Dann erklärte ich ihm. dass ich mich Christus öfter übergeben müsste als nur einmal am Tag, weil ich immer wieder aus der Ebene des Reiches Gottes herausfalle.

Solange wir leben, werden wir immer wieder feststellen, dass unser altes Ich aufflackert. Wenn unser Verhältnis mit Jesus aber in Ordnung ist, müssen wir auch feststellen können, dass diese Fälle seltener werden. Wir müssen feststellen können, dass unsere Liebe zu Jesus gewachsen ist, und dass wir ihn heute besser verstehen als vor einigen Wochen oder Jahren. Es fällt uns dann leichter, auf die Ebene des Reiches Gottes zurückzukehren. Gott bietet uns die Vergebung in einem Augenblick an. Er erwartet aber auch von uns, das wir in der Überwindung leben, dass wir manche Sünde, die früher häufig zu unserem Leben gehört hat, nur noch selten oder gar nicht mehr begehen.

Ich hatte als junger Mann grosse Angst vor dem Fliegen

Ich hatte lange Zeit eine gewisse Angst, und ich möchte erzählen, wie ich sie verloren habe. Ich glaube, dass die Erfahrungen, die ich dabei machte, nicht nur für diese Art von Angst gelten, sondern auch auf ganz andere Situationen im Leben angewendet werden können. Ich hatte als junger Mann so grosse Angst vor Flugzeugen, dass ich sie nicht einmal fliegen sehen konnte. Selbst wenn ich Geld bekommen hätte, wäre ich nicht mit einem Flugzeug geflogen. Ich weiss auch die Ursache für dieses Verhalten: Ich war einmal Augenzeuge eines Flugzeugabsturzes und als einer der ersten an der Absturzstelle um die Toten zu bergen. Das hat in mir diesen seelischen Angstzustand hervorgerufen, den ich dreissig Jahre lang behielt. Eines Tages erhielt ich den Auftrag, von Kalifornien aus nach Hawaii zu reisen. Es wäre unmöglich gewesen, die Reise mit dem Schiff durchzuführen und trotzdem noch pünktlich anzukommen. Ich wusste auch, dass diese Veranstaltung von Jesus gewollt war. Ich hatte innerlich "grünes Licht". Ich wusste, dass es Gottes Wille war, an diesen Ort zu fliegen.

Zum ersten Mal nach dreissig Jahren war ich frei von diesem Angstzustand

Ich bin ein Jünger Jesu und streite mich mit meinem Meister nicht herum, sondern vertraue dem, was er sagt. Und so kam ein sehr naheliegender Gedanke gar nicht in mir auf, nämlich der Gedanke: "Herr, du weisst, dass ich vor Flugzeugen Angst habe." Die Flugkarte wurde gekauft. Doch als ich dann die Treppe zum Flugzeug hinaufstieg, tat ich das mit Furcht und Zittern. Als ich in meinem Sessel sass, sah ich, dass sich meine Frau mit ihrer Freundin so unterhielt, als sei sie ihr ganzes Leben schon im Flugzeug geflogen; doch ich glaube, es war auch ihr erster Flug. Unterwegs machte sich meine Angst oft in besorgten Fragen Luft. Meine Frau konnte es nach einer Weile nicht mehr aushalten und sagte: "Roland, was macht das nun schon aus, wenn das Flugzeug abstürzt?" Sie fuhr fort: "Wovor hast du eigentlich Angst? Du hast doch keine Angst vor dem Sterben. Der Himmel ist wunderbar." Ich musste ihr innerlich recht geben. Vor dem Tode hatte ich bestimmt keine Angst. Und ich sagte mir: Deine Angst ist ein ganz dummer Zustand. Es ist eine kleine, niedliche Furcht, der du immer so schön gefolgt bist. Dann sagte ich zu mir: "Lieber Roland Brown, lass nun endlich diese Furcht fallen und denke daran, dass du im Reich Gottes lebst." Ich betete weiter: "Ja, Herr, das ist richtig, und mit deiner Hilfe will ich nun frei werden." Und - bildlich gesprochen - packte ich die Furcht mit beiden Händen und warf sie weg. Dabei betete ich ein kurzes Gebet. Ich bat Gott um Vergebung, dass ich diese Angst so lange gehabt habe, und ich bat ihn, mir zu helfen, sie fallen zu lassen. Da fiel die Angst im Augenblick, und zum ersten Mal nach dreissig Jahren war ich frei von diesem Angstzustand. Mir schien es, als wäre eine grosse Last von mir genommen. Denn ich war ein freier Mensch geworden.

Aber dann, was meint ihr, nach dreissig Sekunden war die Angst wieder da, genau so gross wie zuvor. Eine Stimme in mir sagte: "Habe ich das denn nicht gleich gesagt?" Aber ich achtete nicht darauf und betete: "Herr hilf mir!" Und liess die Furcht wieder fallen. Doch nach kurzer Zeit war sie wieder da, und ich liess sie wiederum fallen, und nach vierzig Minuten wieder. Und so habe ich es den ganzen Pazifik über gemacht, und als  wir in Honolulu landeten, war die Angst weg, und sie kam auch niemals wieder. In Hawaii musste ich dann mit ganz kleinen Flugzeugen fliegen, mit solchen, die sozusagen von einer Insel zur anderen hüpften. Als ich dann wieder unsere grosse Maschine bestieg, weil sie mich aufs Festland brachte, hatte ich keine Furcht mehr, und ich glaube, ich bin seitdem wohl über zweihundertmal mit Flugzeugen geflogen. Denn fast alle meine Reisen geschehen per Flugzeug, und ich habe niemals wieder Angst vor dem Fliegen gehabt.

Auch für die geistliche Ebene gilt das Gesetz: Was man loslässt, fällt zu Boden

Diese kleine Hilfe, die mir selbst so wichtig geworden ist, teile ich euch in grosser Freude mit. Ihr könnt sie annehmen, wann immer ihr sie in eurem Leben braucht. Ich habe festgestellt, dass es auf der geistlichen Ebene ebenfalls ein Gesetz gibt, das dem der Schwerkraft in der Physik entspricht: Was man loslässt, fällt zu Boden. Und es ist leicht, das zu tun!

Warum ist es leicht? Jesus hat es leicht gemacht. Er hat ja jede deiner Sünden auf sich genommen und starb für uns auf Golgatha, so dass auch nicht eine noch so kleine Sorge in unserem Herzen zu bleiben braucht, auch keine lüsternen Gedanken, auch nicht einer Abneigung gegen irgendeinen Menschen. Denn Jesus hat für uns alle sein Blut vergossen!

Jesus ist herrlich! Gott ist gut!

Wie furchtbar, dass wir die Auferstehungskraft Jesu so klein gemacht haben! Er ist da, er lebt, und er möchte in jedem von uns leben! Er tut es, wenn wir das wollen.

Gott ist gut! Jesus ist herrlich!

 

 

Die 12. Grundlage: Die Vision des Ziels

Im vergangenen Sommer kam ein junger Mann zu mir und sagte ganz bekümmert: "Ich glaube, mir gelingt das nie, was Sie immer sagen. Was kann ich denn machen, um überhaupt mein Anliegen, mehr zubeten, stärker werden zu lassen?" Ich antwortete ihm: "Habe immer die Vision des Ganzen im Auge."

Was ist denn deine Vision, die du vor dir siehst? Was ist dein Ziel? Paulus hatte ein Ziel! Davon sagt er: "Ich behaupte nicht, dass ich es bereits erreicht hätte, aber ich jage darauf zu." Jesus hatte einen Plan, wir lesen von ihm, dass er für die Freude, die ihm durch seinen himmlischen Vater bevorstand, das Kreuz auf sich nahm samt der Schuld. Es gibt auch ein Wort in der Schrift, das davon spricht, dass die Völker, die keine Vision mehr haben, untergehen werden. Wenn ein Mensch keine solche Vision für sein Leben hat, dann geht er zugrunde, und wo in einer Familie keine solche Vision mehr besteht, zerbricht sie irgendwie. Das Gleiche gilt für eine Gemeinde. Wenn die Gemeinde Jesu ihr Ziel nicht mehr sieht, dann geht die Welt zugrunde. Die Welt ist sicher heute nahe dem Punkt, wo sie untergehen könnte. Und es scheint auch so, als die christliche Kirche nahe daran ist, den Blick für die eigentliche Vision zu verlieren. Ich glaube sogar, dass sie dabei ist, ihn zu verlieren. Wo man nichts mehr vor Augen hat, da gehen die Menschen zugrunde. Darum fragte ich so intensiv: "Was ist deine Vision, was ist dein Lebensziel?"

Wir haben im neuen Testament einen Satz, der uns ganz genau erklärt, was Jesu Ziel gewesen ist. Deswegen bezeichnet dieser Satz auch das eigentliche Ziel der christlichen Kirche, das gleichzeitig wiederum das Ziel eines jeden einzelnen Christen sein sollte. Der Satz steht in 2.Kor. 5,19 und lautet folgendermassen: "Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber."

Wir wollen diesen Satz sorgfältig untersuchen. Ich bin  mir ziemlich sicher, dass ich diesen Satz nicht so geschrieben hätte. Ich hätte vielleicht gesagt: Christus war Gott und hat die Welt mit sich versöhnt. Aber so heisst es nicht. Das hängt meiner Meinung nach damit zusammen, dass der Heilige Geist hier das Menschsein Jesu betonen will. Jesus, der Mann aus Nazareth, der Sohn der Jungfrau Maria - ein Mensch wie wir, obwohl er Gottes Sohn war. Und Gott war in diesem Menschen und versöhnte die Welt mit sich!

Wie stellen auch fest, dass es nicht heisst, er versöhnte einen Teil der Welt mit sich. Es steht da: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich, die ganze Welt. So kam Jesus also, um die Welt zur Versöhnung mit Gott zu bringen, um die ganze menschliche Rasse in Verbindung zu bringen mit dem Vater im Himmel, um jeden Einzelnen in das Ziel Gottes hineinzuführen. Jeder sollte den Frieden Gottes im Herzen haben, die Liebe Jesu in seiner Seele, und alle Menschen sollten in vollkommenem Frieden und in Harmonie miteinander leben können. Wir können uns einfach nicht vorstellen, dass Gott nur einen Teil der Welt hätte versöhnen wollen. Denn er sandte Jesus in die Welt, um die ganze Welt zu retten. Das hat Jesus selbst so ausgesprochen.

Der Zweck des Kommens Jesu war die Versöhnung Gottes mit dieser Welt. Das kündigt bereits Johannes der Täufer an: "Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt." Hier ist auch nicht davon die Rede, dass er einen Teil der Sünde der Welt trägt. Denn wenn man das sagt, verkleinert man den Willen Gottes und begrenzt seine Macht. Jesus kam, damit die Erde in den Himmel verwandelt werden könnte. Gott gab Jesus, um die Welt mit sich zu versöhnen. Er wollte nicht mehr ihre Sünde gegen sie aufrechnen und all das, was diese Sünde an Folgen hätten. So war Jesus bereit, die Sünde der ganzen Welt auf sich zu nehmen, von Adam an bis zum Ende der Zeit. Er wollte die Sünde auslöschen, die in die Welt gekommen war. Gott unternahm es tatsächlich, die Welt von Sünden zu reinigen. Und um das zu erreichen, sandte er seinen Sohn und liess ihn am Kreuz von Golgatha sterben. Uns vertraute er damit die Botschaft von der Versöhnung an. Denn wir sind Jesu Jünger.

Gott will, dass jedes Volk ein Volk Gottes wird

Das ist der grösste Vertrauensauftrag, der jemals Menschen gegeben worden ist. Ihr und ich, wir alle, die wir Nachfolger Jesu sind, sind gerufen, das weiterzusagen: Gott hat die Welt mit sich versöhnt. Gott will, dass jede Stadt eine Stadt Gottes wird. Er will, dass Deutschland ein Volk Gottes wird, Europa ein Kontinent, der Gott gehört, und er möchte, dass alle Länder erfüllt werden mit der Fülle Gottes. Uns hat er die Botschaft der Versöhnung anvertraut. Gott will, dass jeder Mann und jede Frau und jedes Kind diese Botschaft kennt. Gott hat Jesus in diese Welt gesandt, dass jeder Mensch in unserer Heimatstadt mit Gott versöhnt würde, und jedem von uns hat er diese Botschaft anvertraut. Das ist der eigentliche Sinn der Existenz der Gemeinde, denn sie hat damit genau denselben Sinn, den das Kommen Jesu in die Welt hatte. Die Predigt von der Versöhnung Gottes mit der Welt sollte daher das Ziel jedes Nachfolgers sein.

Habe diese Vision vor Augen!

Der junge Mann, von dem ich eingangs erzählte, hatte mich gefragt: "Was kann ich tun, um meinen Wunsch stärker werden zu lassen?" Habt diese Vision vor Augen! Denn das ist die eigentliche Aufgabe, zu der ihr gerufen seid, seitdem ihr Nachfolger Jesu seid. Wenn ihr diese Vision nicht vor Augen habt, dann werdet ihr nie so beten, wie ihr eigentlich sollt, dann würdet ihr immer fahrlässig in eurem Gebet bleiben. Ihr würdet weiterhin sehr egoistisch sein, weil sich alles um eure eigenen Interessen dreht.

Darum müssen wir so viel Zeit allein mit ihm im Kämmerlein zubringen

Wer aber diese Vision vor Augen hat, der muss sich immer darüber klar sein, was von ihm abhängt: die lebendige Gegenwart Jesu in der Welt. Aber wenn Jesus in uns leben soll, dann müssen wir auch gereinigt bleiben durch sein Blut. Darum müssen wir so viel Zeit allein mit ihm im Kämmerlein zubringen, damit Jesus in uns lebt. Dann heisst es: Gott in uns, der die Welt mit sich versöhnt. Das ist es! Das ist die ganze Bedeutung der Versöhnungstat Jesu. Er starb am Kreuz, um deine und meine Sünden auf sich zu nehmen, damit er in uns leben kann, um das Werk der Erlösung, der Versöhnung der Welt mit Gott, weitertragen zu können.

 

 

Das Gebet für Kranke

Mit dem Gebet für kranke Menschen habe ich schon seit über 30 Jahren zu tun, aber diesen Teil meines Dienstes verkleinere ich lieber, weil das Grössere immer das geistliche Leben eines Menschen ist. Und doch möchte ja Gott in jeder Not jedem Menschen begegnen können. So dürfen wir das Gebet für Kranke in den gesamten Bereich miteinbeziehen, den das Gebet im umfassenden Sinn bildet.

Ich persönlich gebrauche niemals den Ausdruck "Glaubensheilung". Denn viele Menschen verwechseln das Beten für einen Kranken mit einer Glaubensheilung. Ich verwende diesen Ausdruck nicht, weil er die Betonung auf den Glauben legt. Nach meiner Erfahrung ist es Jesus, der die Heilung durchführt, nicht der Glaube.

Etwas anderes ist ebenfalls im voraus zu bemerken: Wenn wir für einen Kranken beten, sollten wir damit nicht ausschliessen, dass wir Ärzte hinzuziehen. Ich habe fast mein ganzes Leben mit Ärzten und Schwestern zusammengearbeitet, und ich bin auch längere Zeit in einem Krankenhaus beschäftigt gewesen. Ich habe mit Ärzten zusammen über Kranke gebetet, oder Ärzte haben mir Kranke geschickt, damit ich mit ihnen betete. Dabei haben wir festgestellt, dass die Kombination von  Arzt und Seelsorger ausserordentlich gut ist.

Bevor jemand in seinem Gebet wirksam werden kann, braucht er eine ganze Überzeugung, welches Ziel sein Gebet hat. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um ein  Gebet für Kranke, für Verlorene oder über finanzielle und menschliche Probleme handelt. Du brauchst die Überzeugung, dass dein Beten Sinn hat. Wir glauben alle daran, dass Gott gut ist, dass Gott Liebe ist; wir haben die Überzeugung, dass Gott ein Gott der Vollkommenheit ist. Als solcher will er auch, dass alles vollkommen ist. Er schuf die Menschen vollkommen, und alles, was er machte, war gut. Das sagt uns der Bericht über die Erschaffung der Welt ganz deutlich: "Als er alles geschaffen hatte, sah er, dass es gut war." Gott ändert sich nicht. Gottes Verlangen nach Vollkommenheit ist heute ebenso gross wie damals bei der Erschaffung der Welt und des Menschen. Daher sandte er Jesus in die Welt, dass er sie aus der Unvollkommenheit wieder vollkommen machte. Wo Gott ist, da ist Vollkommenheit. Das ist für den Dienst an Kranken eine grundlegende Erkenntnis. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott etwas haben will, was nicht vollkommen ist. Wenn ich nun für einen Menschen, der in Not ist, bete, dann ist mein Verlangen darauf gerichtet, dass das geschieht, was Gott in dieser Situation will, so dass Gott mich als Kanal gebrauchen kann, das Vollkommene zu schaffen. Wenn ein Mensch krank ist, wird mein Mitleid bewegt, und schon auf der menschlichen Ebene habe ich das Verlangen, diesem Menschen zu helfen. Aber ich weiss, dass Gott tausendmal lieber will, dass er wieder gesund wird. Er will es auch viel lieber als der Kranke selbst.

Gott ist ein Gott der Vollkommenheit

Es gibt vier Gründe dafür, dass Gott das Vollkommene will. Der erste Grund ist folgender: Gott will, dass es dem Menschen wohlgeht, denn Jesus half jedem Menschen, der zu ihm kam. Er half ihm vielleicht nicht immer so, wie sich das der Mensch vorgestellt hatte, aber durch den Kontakt mit Jesus wurde er in Verbindung gebracht mit dem Wunsch Gottes nach Vollkommenheit. Wir stellen niemals fest, dass Jesus sich weigerte, zu helfen. Er hat auch niemals gesagt: "Es ist nicht gut, dass du gesund wirst, vielleicht hast du grösseren Segen, wenn du krank bleibst!" Für ihn war selbstverständlich, dass durch den Kontakt mit seinem Vater Hilfe und Vollkommenheit in die Welt kam.

Zweitens finden wir, dass Jesus seine Jünger zu diesem gleichen Ziel aussandte. In Lukas 9, Vers 2, heisst es: "Er sandte sie aus, das Reich Gottes zu predigen und zu heilen." Natürlich können wir sagen: Das betrifft nur die Apostel, denn sie hatten eine besondere Kraft empfangen, Kranke zu heilen. Im nächsten Kapitel heisst es aber, als Jesus die siebzig Jünger aussendete, die wir heute als Laien bezeichnen würden: "Geht hinaus, heilt die Kranken und predigt das Evangelium." Hier finden wir denselben Inhalt, nur die Reihenfolge ist vertauscht. Jesus macht deutlich, dass die Verkündigung das Evangeliums und die Heilung der Krankheiten Gottes Wille ist.

Die Verkündigung ist die frohe Botschaft, dass alles vollkommen werden kann

Die Verkündigung ist die frohe Botschaft, dass alles vollkommen werden kann. Die frohe Botschaft will jede Last heben, jedes Problem lösen. Die frohe Botschaft will alle Sünde auslöschen und alle Krankheit heilen. Die frohe Botschaft will Groll, Stolz und Eifersucht aus dem Herzen der Menschen auslöschen, sie will alle Erregung und alle Feindschaft aus der Welt schaffen. Wir können die Krankheit nicht von diesen anderen Dingen trennen. Sie gehört mit in den Gesamtbereich der leidenden Menschheit, und Gott hat die Welt so liebgehabt, dass er Jesus sandte, um die Welt zu erlösen. Wir haben den Blick für diese grosse Vision des Handelns Gottes weithin verloren. Die Jünger gingen und taten, was Jesus sagte, und Zeichen und Wunder geschahen, wohin sie kamen.

Der dritte Grund, der deutlich macht, dass Gott alles vollkommen haben will, ist die Tatsache, dass Jesus am Kreuz starb. Das bedeutet: Jesus starb für unsere Krankheit genau so wie für unsere Sünde. Durch die ganze Bibel hindurch finden wir immer wieder, dass Sünde und Krankheit zusammengehören. In Psalm 103 lesen wir: "Der dir alle deine Schuld vergibt und alle deine Gebrechen heilt." In Jesaja 53 heisst es: "Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen."

Der vierte Grund ist sehr einfach. Ich habe schon oft erlebt, dass auf das Gebet hin Jesus kranke Menschen geheilt hat. Selbst wenn in der Bibel nichts darüber gestanden hätte, so hätte ich es doch hundertfach selbst erlebt. Dabei weiss ich, dass es nicht von mir ist, sondern von Gott. Wenn so etwas Wunderbares geschieht, so weiss ich, dass Gott es tut, und darum gebe ich ihm die Ehre. So ist Jesus der göttliche Arzt.

Viele Menschen sagen immer wieder zu einem Kranken: "Wenn dein glauben gross genug ist, kannst du gesund werden." Nach all meiner Erfahrung ist es nicht so. Es ist sehr hilfreich, wenn wir Glauben haben, aber manchmal werden Menschen auch ohne Glauben gesund. Ich habe auch selbst schon für Menschen gebetet, die wenig oder keinen Glauben hatten, und sie sind trotzdem gesund geworden. Ich möchte den Glauben im Gebet keinesfalls gering bewerten. Der Glaube ist sehr bedeutsam, aber es ist nicht mein Glaube, der mich Gesund macht, es ist Jesus, der das tut. So müssen wir auch bei der Heilung eines Kranken unser Augenmerk mehr auf Jesus Christus richten als auf unseren Glauben.

Ich habe erlebt, dass Gott viel häufiger heilt, als wir es erwarten

Ich habe im neuen Testament keine Grundlagen dafür gefunden, dass Gott will, dass Menschen krank werden oder krank bleiben. Natürlich gibt es einzelne Bibelstellen, die man so oder so deuten kann. Manche ziehen die Stelle heran, in der Paulus von dem Pfahl im Fleisch spricht. Andere sprechen von dem kranken Magen des Timotheus, für den Paulus einige gute Ratschläge gibt. Natürlich kann man Fälle anführen, wo Menschen, für die wir gebetet haben, nicht gesund geworden sind. Und sicher ist es auch so, dass die Bibel nicht über die spricht, die nicht gesund geworden sind, sondern nur über die, die gesund wurden. Denn die Bibel spricht von den Wundern, die geschahen. Deshalb reflektiere ich gar nicht über diesen Fall. Wenn ich für tausend Menschen gebetet habe und es wären nur zehn gesund geworden, würde ich ebenso dankbar sein, dass diese zehn gesund geworden sind. Allerdings habe ich erlebt, dass Gott viel häufiger heilt, als wir es erwarten. Deshalb traue ich Gott so viel zu, weil ich so viele Wunder mit ihm erlebt habe. Und deshalb glaube ich, dass wir über Wunder reden und die Wunder erwarten sollten, ohne damit krampfhaft auf die Heilung zu warten.

Wenn ich mit jemand bete und er wird nicht gesund, kann ich nur feststellen, dass es eine Angelegenheit  Gottes ist, warum das geschehen ist, denn Gott heilt, und nicht unser Glaube. Ich möchte das mit einem Bild deutlich machen. Stellen wir uns zwei Kreise vor: Der eine Kreis ist mein Verantwortungsbereich, der andere ist Gottes Verantwortung. Diese beiden Kreise berühren sich wohl, aber sie überschneiden sich nicht. Es liegt in meiner Verantwortung, Jesus gehorsam zu sein, für ihn zu leben und zu ihm zu beten, auch wenn es das Gebet für einen Kranken ist. In Gottes Verantwortung liegt es, Sünden zu vergeben und Kranke zu heilen, Wunder zu tun. Aber wenn die Ergebnisse nicht kommen, die wir Menschen erwartet haben, dann verlange ich von Gott keine Erklärung dafür, denn es ist seine Angelegenheit und nicht meine. Meine Liebe zu ihm bleibt ebenso gross, und mein Glaube wird nicht geringer werden, wenn er ein Gebet nicht erhört, denn das bedeutet im Grunde nur, dass er es nicht so erhört, wie ich mir das vorstelle. Wir wissen nur sehr wenig über Gott und seinen Plan. Wir müssen damit rechnen, dass Gott unendlich viel mehr weiss als wir. Wenn wir für einen Kranken beten, dann kommen wir wie ein kleines Kind zu Gott, das ihn bittet, zu heilen.

Ich sage nie einem Menschen, dass er durch das Gebet gesund werden wird

Ich erzähle nie einem Menschen, dass er durch das Gebet gesund werden wird. Ich sage auch nicht: "Gott wird dich gesund machen, wenn du genug glauben kannst und wenn du genug betest." Denn wir wissen nicht, ob es Gott tut, wie er es tut und wann er es tut. Deswegen können wir als Menschen keine Versprechen machen. Gott möchte, dass es dir wohlgeht, und er kann dich deswegen gesund machen. Daher dürfen wir unseren Glauben auf Gott setzen und ihn von ganzem Herzen bitten, die Krankheit zu heilen. Wir wissen es nicht, ob das geschieht, aber wir haben allen Grund, darauf zu hoffen. Glauben heisst nicht, zu wissen, dass das Gebet erhört wird, sondern zu wissen, dass Gott heilen kann. Daher hat das Gebet auch noch nie Schaden angerichtet, solange wir keine falschen Hoffnungen wecken. So dürfen wir ihn ganz unbefangen bitten, die Krankheit zu heilen.

Wir dürfen ihn ganz unbefangen bitten, die Kranken zu heilen

Viele Menschen fragen nach dem Zusammenhang zwischen Krankheit und Sünde. Ich würde davor warnen, im Leben des einzelnen konkret Krankheit und Sünde in Beziehung zu setzen. Denn auch hier können wir nur das sehen, was unsere menschlichen Sinne zeigen können. Grundsätzlich ist es aber vollkommen richtig, dass Krankheit und Sünde zusammengehören. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es eine weltweite Grippeepidemie, bei der zwanzig Millionen Menschen umkamen. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine ebenso grosse Epidemie der Kinderlähmung, und die Wissenschaft findet keine Erklärung, warum das gerade zu diesem Termin geschah. Einige von uns glauben zu wissen, was der Grund war. Man kann nicht die Welt in einen Abgrund hineinstürzen, ohne dass die Menschen darunter leiden. Wenn in einer Familie einer ist, der mit Hass erfüllt ist, müssen die Kinder darunter leiden, es kann sein, dass sie mit Gefühlskonflikten und Krankheiten gross werden, nur weil einer in der Familie mit Hass und Ärger gefüllt ist. Bazillen gedeihen am besten in einer Umgebung, wo Last und Sorge, Hass und Eifersucht herrschen. Darum sagen die Ärzte auch immer: "Machen Sie sich doch nicht so viele Sorgen!" So kann man ganz allgemein sagen, dass sich Krankheiten auf dem Boden der Sünde besser ausbreiten können. Die heutige Wissenschaft hat deutlich gemacht, wie sehr die physische Krankheit mit der psychischen Situation eines Menschen zu tun hat. Viele Ärzte versuchen, den Menschen durch den Glauben an die Medizin zu helfen. Tatsächlich kann dadurch eine Medizin besser wirken, als wenn dieser Glaube nicht vorhanden ist. Wir brauchen aber vor allen Dingen den Glauben an Gott, denn durch ihn kommt Frieden in unser Herz. Das ist ein Weg, der neue (?)Situationen schafft, in denen die Krankheitskeime nicht so wachsen können wie auf dem Boden des Negativen.

Bazillen gedeihen am besten in einer Umgebung, wo Last und Sorge, Hass und Eifersucht herrschen

Es kann durchaus sein, dass die Krankheit, die ich habe, nicht auf dem Boden meiner persönlichen Sünde gewachsen ist. Es kann sein, dass ich deswegen krank bin, weil ich ein Glied der Menschheit bin, die Gott insgesamt den Rücken zugewandt hat. Denn manche Krankheiten nehmen überhand, weil die Menschen nicht mehr nach dem ursprünglichen Schöpfungsplan Gottes leben. Viele Krankheiten haben auch mit dem persönlichen Ungehorsam zu tun, aber es ist nicht recht, wenn wir aus diesem Grund einen anderen verurteilen. Bei uns selbst können wir nach diesen Zusammenhängen forschen, bei anderen nicht. Denke bei der Krankheit des anderen daran, dass sie ihren Boden in der Sünde der Menschheit hat und bekämpfe daher deine eigene Sünde mit allen Mittel.

Ein Arzt verschrieb einem Patienten die Teilnahme an einem Bibelkreis

Ein berühmter Arzt aus Groningen kam zu mir, als ich in Holland war, und sagte: "Herr Brown, ich habe viertausend Patienten, und siebzig Prozent von ihnen haben Krankheiten, die aus der Sorge und aus der Empfindlichkeit gegen andere Menschen kommen - aber ich habe keine Pillen, die ich dafür verschreiben kann!" Er begann darauf, mit seinen Patienten Bibelstudium zu treiben, damit sie lernten, wie die Menschen nach dem Willen Jesu leben sollten. Er verschrieb den Kranken die Teilnahme an einem Bibelkreis. Viele von seinen Patienten wurden auf diese Weise von innen heraus gesund. Ich glaube überhaupt, dass es für einen christlichen Arzt ganz besondere Möglichkeiten gibt. Die medizinische Wissenschaft geht davon aus, dass ein grosser Prozentsatz - manche nennen siebzig Prozent, manche noch mehr - der Krankheiten seinen Ursprung auf psychosomatischem Gebiet hat. Bei vielen Krankheiten fragen die Ärzte sofort nach den Sorgen ihrer Patienten. Sorgen kann man letzten Endes nicht mit Medizin bekämpfen, sondern nur dadurch, dass der Friede in die Herzen der Menschen kommt, den allein Gott geben kann.

Die Unbefangenheit, mit der wir für Kranke beten dürfen, können wir sehr gut bei Kindern lernen. Ich besuchte einmal eine Frau, die sich den Fuss verstaucht hatte. Ich kniete nieder, legte meine Hand auf das kranke Gelenk und bat, dass der Herr die Schmerzen wegnehmen möchte. Und er tat es auch. Drei Tage später klagte sie wieder über einen Schmerz im Gelenk. Sie hatte bei meinem Besuch gar nicht gemerkt, dass ihre kleine fünfjährige Tochter die Begebenheit so genau beobachtet hatte. So ging dieses kleine Kind ganz selbstverständlich zu seiner Mutter, legte seine Händchen genauso um das kranke Gelenk, wie sie das bei mir gesehen hatte, und bat Jesus, ihrer Mutter die Schmerzen wegzunehmen. Und er erhörte dieses Gebet ebenso wie bei mir. Haben wir nicht einmal so viel Glauben wie ein Kind? Jesus weist uns darauf hin, dass wir glauben sollten wie die Kinder.

Haben wir nicht einmal so viel Glauben wie ein Kind

Es ist hier nicht die Zeit, ausführlich über die Krankenheilung zu sprechen, und deswegen habe ich nur einige besonders wichtige Punkte berührt. (In seinem Buch "Beten und heilen", siehe Anzeige am Ende dieses Buches, hat Roland Brown dieses Thema ausführlicher entfaltet.) Ich möchte zum Schluss noch einen wichtigen Punkt berühren. Ich bete niemals für einen Kranken unter der Verwendung des Wortes: "Wenn es dein Wille ist." Diese Wort ist oft nur ein Zeichen für unsere eigene Unsicherheit. Auf der einen Seite sollten wir davon ausgehen, dass es Gottes Wille ist, dass ein Mensch gesund wird. Auf der anderen Seite müssen wir wissen, dass Gott souverän handelt und sich nicht an das hält, was wir uns wünschen. Weil wir das Wissen, brauchen wir um das Handeln Gottes keine Angst zu haben, denn wir können ihm blind vertrauen. Es kommt darauf an, dass wir unser ganzes Leben und damit auch unser Gebet immer im Rahmen des Willens Gottes halten. Dann brauchen wir diesen Zusatz nicht. Wir beten ja auch nicht: "Herr, hilf mir, nicht zu sündigen, wenn das dein Wille ist." Oder wir beten nicht: "Herr, hilf mir, dass ich meine Frau nicht ärgere, wenn es dein Wille ist." In dieser Kombination merken wir, dass der Zusatz lächerlich ist. Deshalb brauchen wir auch bei dem Gebet für Kranke nicht so zu beten. Es mag sein, dass sich Gott verherrlicht, indem er heilt. Es mag sein, dass Gott selbst aus der Krankheit herrliche Dinge werden lässt. Immer aber möchte sich Gott verherrlichen und uns helfen.

Immer möchte sich Gott verherrlichen und uns helfen

Liebe Freunde! Seid nicht engherzig bei der umfassenden Erlösung, die in eurem Leben geschehen ist und immer wieder geschehen soll. Gott ist gut, Jesus ist herrlich!

 

 

Wir Empfehlen das Buch mehrmals zu lesen, oder sogar abzuschreiben, wie ich es getan habe. Allein durch das Abschreiben habe ich 10 Mal mehr Begebenheiten begriffen als nur durchs lesen.
Lesen Sie lieber wenig, wie in der Bibel, ein Satz mag schon genügen, und denken Sie darüber nach. Es Lohnt sich ganz bestimmt.
Das Büchlein gibt es bei Rolf Kühne Verlag, Kassel